Magazin
Licht 5 | 2021

LICHT im Test – Produktempfehlungen aus der Redaktion

»E-Line Next« von Trilux

Die LICHT-Redaktion nimmt Produkte unter ihre LICHT-Lupe: Beginnend mit dieser Ausgabe prüfen und bewerten wir Leuchten und Lichtprodukte für unsere Leserinnen und Leser. Den Start macht die Leuchte »E-Line Next« von Trilux.

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Abb.: Im Kompetenzcenter von Trilux in München durfte sich die LICHT-Redaktion den neuen Baukasten »E-Line Next« genauestens anschauen. Sabrina Quente / Richard Pflaum Verlag

Wir hatten das Glück, die Leuchte »E-Line Next« im Kompetenzcenter von Trilux in München persönlich auf Herz und Nieren prüfen zu dürfen. Um uns darüber hinaus ein umfassendes Bild von der Leuchte zu machen, durften wir ein Exemplar zu weiteren Testzwecken mit in die Redaktion nehmen. Die EG-Konformitätserklärung wurde uns mit ausgehändigt. An dieser Stelle danken wir Thomas Pernpeintner, Vertriebsleiter des Kompetenzcenter München, für die Zeit und Möglichkeit, die Räumlichkeiten zu nutzen. Wir weisen darauf hin, dass wir keinen Produkttest im eigentlichen Sinne durchgeführt haben. Vielmehr soll das Ergebnis dieses Erfahrungsberichts eine Empfehlung aus der Redaktion sein. Deshalb besteht kein Anspruch auf die Richtigkeit technischer Werte, da wir diese nicht selbst erheben oder überprüfen. Unser Fokus lag auf Aspekten wie Verarbeitung, Funktion und Technik sowie der Frage, wie nachhaltig das Produkt ist.

Design, Handhabung, Verarbeitung

Auf den ersten Blick und ersten Griff wirkt die Leuchte sehr kompakt, handlich und robust. Vergleicht man sie mit Industrieleuchten, die im Allgemeinen über schwere Kühlkörper verfügen, ist sie entsprechend leicht. Deshalb lag die Frage nach dem Wärmemanagement auf der Hand: Gerade im Industrieumfeld herrschen oftmals Temperaturen jenseits der 25°C. Das ist die Temperatur, die i.d.R. für die Ermittlung des Leuchtenlichtstroms herangezogen wird. Die Wärmeableitung erfolgt bei der »E-Line Next« über den Leuchtenkörper und lässt sich letztendlich auch über die Regelung des Lumenpakets steuern. Insbesondere im Industrieumfeld sollte genau darauf geachtet werden, welche Umgebungsfaktoren bzw. Temperaturen vorherrschen, denn diese haben einen großen Einfluss auf den Leuchtenlichtstrom und damit auf die Leuchtenlichtausbeute.

Im Industrieumfeld hebt sich das Design dieser Leuchte optisch von anderen Produkten deutlich ab und bietet Staub und Schmutz durch die Gestaltung ohne Kühlrippen weniger Angriffsfläche. Denn oft lagert sich ein Schmierfilm aufgrund von Öldämpfen ab und vermindert dadurch die Wärmeableitung.
»E-Line Next« ist aus Aluminium gefertigt, angenehm in der Haptik und sauber verarbeitet. Auch die in Ergänzung zu den bisherigen Ausführungen in Weiß und Silber neu eingeführte Farbe Schwarz macht die Leuchte in Büros oder Shops zu einem Designelement, welches nicht nur Architekten entgegenkommen mag. Das führt uns gleich zum nächsten Punkt, denn die Leuchte ist aufgrund ihrer Eigenschaften nicht nur für einen Einsatz im Industriebereich geeignet. Die hohe Modularität und Flexibilität des Lichtsystems macht es in nahezu jeder Anwendung einsetzbar, ob im Büro, in Shops und Museen oder in der Schule.

Abb.: Der Planer hat die Auswahl aus 15 verschiedenen Optik-Abdeckungen, darunter Linsen-, Opal- und Prismenoptiken, unterteilt z. B. in sehr breitstrahlend bis extrem tiefstrahlend, doppelt-asymmetrisch breitstrahlend oder lambertisch breitstrahlend. Trilux
Abb.: Die Leuchte ist angenehm in der Haptik und kompakt gestaltet. Die neu eingeführte Farbe Schwarz läst sicherlich nicht nur Architektenherzen höher schlagen. Sabrina Quente / LICHT

Optiken, Lichtqualität, Technik

Allein die 15 Optiken, unterschiedliche Module für Notlicht, Strahler, Lightpanel und Sensorik sowie Lichtstrompakete zwischen 2.000 und 20.000 Lumen lassen bei Planern und Bauherrn kaum Wünsche offen. Das System verfügt über die Schutzarten IP20, IP50 und IP64 (Version »Fix« nur IP20) und kann mit dem Lichtmanagementsystem LiveLink von Trilux verbunden werden.

Unabhängig von der Anwendung sorgt ein simples Klipp-System mit Rastfedern dafür, dass es selbst für Laien kein Problem ist, die Leuchteneinsätze einzubauen. Und wenn die transparenten Klipp-Elemente optisch stören, so lassen sich diese schnell entfernen. Außerdem gewährleistet dies einen Schutz vor Diebstahl und Vandalismus. Der Federverschluss schnappt hör- und sichtbar ein – ein vertrautes Zeichen, dass alles funktioniert hat. Die Optik-Abdeckungen können ganz einfach aufgesetzt werden. Mit bis zu 4 m Abhängeabstand sind die Leuchten insbesondere für eine Installation in weitläufigen Räumen geeignet.

Die Vielfalt an Optiken ist enorm: Die Linsenoptiken, Opal- und Prismenoptiken unterteilen sich in z. B. sehr breitstrahlend bis extrem tiefstrahlend, doppelt-asymmetrisch breitstrahlend oder lambertisch breitstrahlend. Opake Abdeckungen vermeiden Reflexblendung durch sichtbare LED-Punkte, bspw. auf einem Bildschirm. Überfordert die ganze Modularität den Elektro- oder Lichtplaner nicht zu sehr? Wir finden nicht. Denn über einen Online-Konfigurator ist das Zusammenstellen der Wunschleuchte mit passenden Optiken und Modulen kein Problem.
Zur Charakteristik der Lichtstärkeverteilung verweisen wir auf das Produktdatenblatt des Herstellers. Die Farbwiedergabe wird im Datenblatt mit > 80 angegeben, doch gibt es auch LED-Platinen mit einer Farbwiedergabe > 90 für den Shop- oder Museumsbereich. Das geht, wie immer wenn man sich bessere Werte wünscht, zu Lasten der Effizienz, die vom Hersteller mit 182 lm/W angegeben wird (bei 4.000 K Farbtemperatur, 46 W Anschlussleistung und 8400 lm Bemessungslichtstrom). Die Leuchte eignet sich je nach Auswahl des Produkts für Umgebungstemperaturen von -25 bis + 50°C. Die mittlere Lebensdauer wird vom Hersteller bei L80 (tq 50°C) mit 90.000 Stunden, bei L80 (tq 35 °C) mit 50.000 Stunden angegeben.

Die Steuerung der Lichteigenschaften über das hauseigene Lichtmanagementsystem LiveLink ist spielerisch einfach gelöst und auch für Ungeübte kein Problem (doch hierauf gehen wir nicht im Detail ein – das wäre ein eigener Produkttest). Über LiveLink lassen sich unterschiedliche Farbtemperaturen zwischen 2.700 bis 6000 K steuern. Die Leuchte wird als HCL-fähig beschrieben, was bedeutet, dass sie sich dynamisch dem Tageslicht anpasst. Das ist interessant für Büros oder Produktions- und Schichtarbeit. Jede einzelne »E-Line Next« ist monitoring-ready und liefert auf Wunsch Leuchtendaten zur Überwachung ihres Zustands, um beispielsweise ausgetauscht zu werden, bevor sie ausfällt. Allerdings ist mit der Nutzung der modernen Cloud-Lösung eine monatliche Gebühr verbunden.

Nachhaltigkeit, Produktion, Nachrüstung

Die Leuchten werden am Standort Arnsberg gefertigt, wo Trilux mit regionalen Lieferanten zusammenarbeitet. Wichtig zu erwähnen ist die optimierte Verpackung, z. B. über ein maßgeschneidertes Gebinde, das direkt zur Baustelle geliefert wird. Denn gerade in Produktionshallen kommt man schnell auf über 100 Stück. Das spart Verpackungsmüll und letztendlich auch Zeit beim Auspacken und Entsorgen. Ein weiterer Pluspunkt in Sachen Nachhaltigkeit: Die neue Generation der »E-Line« ist abwärtskompatibel, sodass bereits im Einsatz befindliche Lichtbandsysteme effizient nachgerüstet werden können, ohne das komplette System austauschen zu müssen.

Fazit

Die »E-Line Next« ist der innovative Nachfolger der »E-Line«, eines Schnellmontage-Lichtbandes, das schon seit 1992 existiert und sich auf dem Markt nicht nur einen Namen gemacht, sondern auch langjährig etabliert hat. Sie ist ein echter Allrounder, für höhere Ansprüche mit Blick auf künftige Anpassungen und Flexibilität. Denn Nutzungskonzepte in Industrie und Gewerbe verändern sich heutzutage immer schneller, man denke nur an Co-Working-Spaces oder wechselnde Sortimentbeleuchtung. Das Lichtbandsystem ist überwiegend für höhere Stückzahlen und Großprojekte mit Raumhöhen zwischen 4 bis 8 m oder in anspruchsvollen Umgebungen in der Industrie geeignet. Im Grunde ist »E-Line Next« keine Leuchte und kein Lichtband mehr, wie wir es noch von früher kennen, sondern eine eigene Licht-Infrastruktur fürs Gebäude – mit einem Gehäuse als bestehende Basis und unzähligen Möglichkeiten der Bespielung von Licht.

Abb.: Abhängeabstände bis zu 4 m sind für das Lichtbandsystem kein Problem. Zum Einsatz kommt es auch in Shops, dann mit einer höheren Farbwiedergabe >90. Trilux

Weitere Informationen:

Datenblätter, Videos und Bilder auf www.lichtnet.de

Fotos: LICHT, Trilux

Dieser Artikel ist erschienen in

Licht 5 | 2021

Erschienen am 25. Juni 2021