Planung
Licht 4 | 2019

Licht für das Wohlergehen

LED- und Sensor-Technik für die Uniklinik in Poitiers

Die neue Lichtinstallation des Universitätskrankenhauses im französischen Poitiers unterstützt dank Human-Centric-Lighting-Ansatz die Behandlung der Krebspatienten in einem speziellen Raum. Durch moderne LED-Tunable-White-Technologie und ein individuell gestaltetes und beleuchtetes Deckenbild wird dort für mehr Wohlbefinden eine natürliche Umgebung simuliert. Zusätzlich wurden im neuen Verwaltungstrakt der Klinik über 800 LED-Leuchten sowie LED-Treiber von Tridonic installiert.

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Human Centric Lighting als Unterstützung der Krebsbehandlung

Die Universitätsklinik Poitiers ist das gesundheitliche Zentrum der gesamten Region Vienne. Als lokaler Gesundheitsdienstleister genießt sie einen ausgezeichneten Ruf. Die Klinik verfügt über eine Kapazität von 1.900 Betten an drei Standorten in den Städten Poitiers, Lusignan und Montmorillon. In interregionalen Projekten und Partnerschaften mit anderen Universitätskrankenhäusern forscht sie auch an medizinischen und therapeutischen Innovationen, an der Optimierung klinischer Prozesse und der Verbesserung des Patientenaufenthalts. Eine Maßnahme für mehr Wohlbefinden und angenehmere Klinikaufenthalte der Patienten kann durch biologisch wirksames Licht umgesetzt werden. Unter dem Begriff Human Centric Lighting werden dabei Lichtlösungen zusammengefasst, die bei Patienten die Genesung fördern sowie für optimale Schlaf- und Wachphasen und mehr Wohlbefinden sorgen sollen.

Seit kurzem wird in der Universitätsklinik Poitiers die Krebsbehandlung durch eine neue Human-Centric-Lighting-Lichtinstallation unterstützt. In einem fensterlosen Behandlungsraum erzeugt nun künstliches Licht eine dynamische Lichtstimmung. Hierzu wurden an der Decke »QLE-Premium«-LED-Module von Tridonic installiert. Die quadratischen Module bieten dank Tunable-White-Technologie eine einstellbare Farbtemperatur von 3.000 bis 6.000 K bei konstantem Lichtstrom sowie einen Dimmbereich von 10 bis 100 %, ohne dabei die gewählte Farbtemperatur zu verändern. Die darüber angebrachte, bedruckte Lichtdecke zeigt das Bild eines Himmelabschnitts. Gesteuert wird die Deckenleuchte mithilfe der Lichtmanagement-Systemlösung »connecDIM«. Über ein internetfähiges Gateway sind die LED-Module in die Cloud eingebunden, was eine dezentrale Lichtsteuerung ermöglicht. Mit dieser Lösung erstellte der technische Dienst des Krankenhauses über 100 vordefinierte Zeitpläne, um in dem fensterlosen Raum eine an den Tagesverlauf anpasste Beleuchtung mithilfe der regulierbaren Farbtemperatur und Dimmung zu kreieren. So wird die Assoziation eines natürlichen Himmels durch langsame Bewegungen und einen Farbverlauf geschaffen.

Abb.: Hinter dem mit Himmel und Wolken bedruckten Deckenfeld sitzen LED-Module mit Tunable-White-Technologie. Die Idee ist, die Dynamik des natürlichen Lichts im Tagesverlauf in diesem fensterlosen Behandlungsraum zu simulieren. Tridonic, HUBERT RAGUET
Tridonic, HUBERT RAGUET

Belebung für die Liftlobby

Nach positiven Rückmeldungen von Patienten, Ärzten und Pflegern wurde das gleiche Lichtsystem kurze Zeit später auch vor den Aufzügen im Erdgeschoss installiert. Auch in diesem Bereich gibt es kein natürliches Licht. Die neue Lichtinstallation dient dort neben einer helleren und angenehmeren Atmosphäre auch der einfacheren Navigation: Durch das Himmelbild erkennen Besucher nun direkt, dass sie sich im Erdgeschoss befinden, da sich dieser Bereich nun deutlicher von den Aufzugsbereichen der anderen Stockwerke unterscheidet.

Abb.: Die Fahrstuhllobby im Erdgeschoss ist vom Tageslicht abgeschnitten. Eine Lichtdecke mit Himmelsbild soll hier für Belebung sorgen. Die LEDs hinter dem Deckenfeld bieten einstellbare Farbtemperatur von 3.000 bis 6.000 K. Auf Wunsch bleibt der Lichtstrom beim Wechsel zwischen Warm- und Kaltweiß konstant. Bemerkenswert ist auch die Farbtreue beim Dimmen: Lichtstrom kann zwischen 10 bis 100 % variiert werden, ohne dabei die eingestellte Farbtemperatur zu verändern. Tridonic, HUBERT RAGUET
HUBERT RAGUET

Innovative LED-Beleuchtung für neues Verwaltungsgebäude

Das neue Verwaltungsgebäude des Universitätskrankenhauses wurde mit über 800 LED-Leuchten des Modells »Suna« des Tridonic-Partners SFEL ausgestattet. Die innovative und leistungsfähige Lichttechnologie sorgt für niedrige Energiekosten. Die in Einzelbüros, Open-Space-Bereichen und Meetingräumen verbauten linearen Leuchten sind mit »LLE-G3«-LED-Modulen sowie »Premium«-Treibern von Tridonic ausgestattet. Durch einen geringen Abstand der Lichtpunkte erreichen die Leuchten eine homogene Beleuchtung über die gesamte Länge. In jede Leuchte wurde das kompakte Steuermodul »basicDIM« eingebaut. Dieses enthält einen Umgebungslichtsensor, der die Beleuchtung automatisch auf die aktuellen Lichtverhältnisse anpasst, etwa beeinflusst durch das einfallende natürliche Licht. Darüber hinaus ist in dem Steuermodul ein Bewegungsmelder integriert, der das Licht entsprechend der Arbeitsplatz- oder Raumbelegung automatisch ein- und ausschaltet und damit zusätzlich Energie einspart.

Abb.: Die Steuerung der linearen LED-Leuchten in der Verwaltung erfolgt tageslicht- und präsenzabhängig. Tridonic, HUBERT RAGUET

Fazit

Die neuen Lichtlösungen können das Wohlbefinden von Patienten und Besucher verbessern und auch die Arbeitsumgebung der Mitarbeiter. Im neuen Verwaltungsbau profitiert der Betreiber neben einer optimalen Beleuchtungssituation auch von einer Energiekosteneinsparung durch die Integration von Sensoren.

Fotos: Tridonic, Dornbirn (A), www.tridonic.com

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Licht 4 | 2019

Erschienen am 24. Mai 2019