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Licht 9 | 2019

Kleine Welten unter Glas

Wie die Schneekugel zum Licht kam

Sie sind aus Kunststoff oder Glas, sie zeigen Landschaften oder Wahrzeichen, und wenn man sie schüttelt, fängt es an zu schneien: Schneekugeln liegen irgendwo zwischen Kitsch und Kult. Aus Italien kommt nun die stylische Antwort auf den Andenken-Klassiker. LICHT-Redakteurin Andrea Mende gibt einen persönlichen Einblick in diese Materie.

Lesezeit: ca. 2 Minuten

Vor vielen Jahren fing ich an diese Plastik-Schneekugeln zu sammeln. Freunde und Familie wussten Bescheid und brachten immer wieder Nachschub mit, zu den seltensten Stücken gehören die Exemplare von den Philippinen und aus Ägypten.Auch wenn es kaum möglich ist, der Versuchung zu widerstehen, kommen mittlerweile nur noch selten neue Modelle dazu. Dann müssen sie schon sehr besonders sein, wie etwa der silber-glänzende Eiffelturm, der von feinen Silberfäden umspielt wird und die mich ewig an die funkelnden Lichteffekte des nächtlichen Paris erinnern werden.

Filmreife Kulissen

Der Nachteil dieser Mini-Universen ist: irgendwann verlieren sie an Wasser und der Schnee tanzt nicht mehr so leicht durch die Kugel. Ich versuchte auch schon einen befreundeten Designer zu überreden, mir ein Regal zu bauen mit integrierter Schüttel- und Lichtfunktion. Bisher konnte er das mit seiner Berufsehre nicht vereinbaren.

Doch eine Lösung für dieses Dilemma ist jetzt in Sicht, und die kommt aus Italien. Das Unternehmen Seletti wurde 1964 gegründet und ist bekannt für seine kreativen und ausgefallenen Entwürfe im Bereich Leuchten- und Möbeldesign, außerdem gestalten sie Objekte und Wohnaccessoires. Gemeinsam mit dem Designer Marcantonio Raimondi Malerba, kurz Marcantonio, entstand eine Reihe von LED-Tischleuchten, die genau wie Schneekugeln aussehen und dabei auch noch Licht spenden. Sie heißen »My Little Neighbour«, »My Little Friday Night« und »My Little Evening«. Für diese Spezial-Lichteffekte verzichte ich sogar gerne auf den Schnee.

Abb.: »Gute Nacht, John-Boy! Gute Nacht, Mary-Ellen!« Das leuchtende Haus unter Glas könnte fast das Miniatur-Zuhause der Waltons sein, angelehnt an die frühere US-Serie. Leuchte »My Little Neighbour« misst im Durchmesser 25,5 cm und ist 26,8 cm hoch. Alle Leuchten sind für den Innenraum gedacht. Seletti
Abb.: »My Little Friday Night« erinnert an Szenen amerikanischer Roadmovies: der Held ist nachts unterwegs und findet sicheren Unterschlupf in einem zwielichtigen Motel. Der Glasdom ist 26,8 cm hoch und 25,5 cm breit. Seletti
Abb.: Irgendwo in München, Rom oder Prag kreuzen sich die Wege neugieriger, nächtlicher Streuner, unter dem schummrigen, warmen Licht nostalgischer Straßenlaternen … »My Little Evening« ist 22,8 x 11,2 cm groß. Seletti

Weitere Informationen:

Seletti, Cicognara di Viadana, Italien, www.seletti.it

Marcantonio Raimondi Malerba, Cesena, Italien, www.marcantonio.it

Fotos: Seletti

Autorin: Andrea Mende, freie Redakteurin, Leipzig

Dieser Artikel ist erschienen in

Licht 9 | 2019

Erschienen am 25. November 2019