Planung
Licht 5 | 2021

Jungbrunnen für Hamburgs U-Bahn

Die Neue U-Bahn-Werkstatt und -Waschhalle in Billstedt

In der neuen U-Bahn-Betriebswerkstatt der Hamburger Hochbahn in Billstedt können täglich bis zu 26 U-Bahn-Fahrzeuge gewartet und instandgehalten werden. Anschließend fahren sie in die neue Waschanlage, die in westlicher Verlängerung der Werkstatt gebaut wurde und die Außenreinigung von bis zu 21 Fahrzeugen pro Tag ermöglicht. NORKA-Leuchten sorgen für das richtige Licht bei all den verschiedenen Arbeiten, die in Werkstatt und Waschhalle anfallen. Darüber hinaus dienen sie als Signalleuchten an den Gleissträngen und sind für die Notbeleuchtung zuständig.

Lesezeit: ca. 5 Minuten
Abb.: Für Inspektionen und Reparaturen an den Unterböden der Fahrzeuge sorgen »ZUG LED«-Leuchten mit hoher Schutzart bis IP69 K für gleichmäßiges, blendfreies Licht. NORKA/Günther Fotodesign

Man stelle sich vor: Maximal fünf Minuten Wartezeit auf Busse, Bahnen oder Shuttle – in ganz Hamburg, hunderte zusätzlich neu eingerichteter Haltestellen, leiser und umweltfreundlicher Verkehr. Und als Fahrgast braucht man sich auch keine Fahrpläne mehr zu merken, wenn ohnehin alle fünf Minuten ein Verkehrsmittel in unmittelbarer Nähe ankommt bzw. abfährt. Eine Vision, die der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg unter dem Namen »Hamburg-Takt« bis zum Jahr 2030 umsetzen möchte – und wofür die Hamburger Hochbahn bereits zahlreiche Projekte angeschoben und realisiert hat.

Eines davon ist die neue U-Bahn-Betriebswerkstatt inklusive Waschanlage in Hamburg-Billstedt, die im November 2020 den Regelbetrieb aufgenommen hat. Zwischen den U-Bahn-Haltestellen Billstedt und Legienstraße gelegen, ergänzt sie die bestehenden Werkstätten in Barmbek und Farmsen, die an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen waren. So verfügen die Linien U2 und U4 nun über eine eigene Linienwerkstatt, die Überführungsfahrten nach Farmsen entfallen, wodurch nicht nur mehr Kapazitäten in den beiden Werkstätten frei werden, sondern auch auf der Schiene.

Komfortabel und nachhaltig

Die neue Werkstatt in Billstedt ist 135 Meter lang, 34 Meter breit und verfügt über vier Gleise mit je 120 Metern Länge. Somit kann an mehreren Zügen parallel gearbeitet werden – und das mit modernster Technik zeitgleich auf drei verschiedenen Ebenen, angefangen beim Ölwechsel in der Arbeitsgrube über Dacharbeiten an Klimaanlagen bis hin zum Technikcheck. Für die tägliche Reinigung steht die neue Waschhalle zur Verfügung, ebenfalls 135 Meter lang misst sie sieben Meter in der Breite und verfügt über ein Gleis. Bei der Konzeption der kompletten Anlage wurde größter Wert auf nachhaltigen Ressourceneinsatz gelegt: So wird beispielsweise für die Reinigung der Fahrzeuge Regenwasser in einem Auffangbecken gesammelt und nach der Nutzung wiederaufbereitet, und das Dach der Betriebswerkstatt ist insektenfreundlich bepflanzt – insbesondere für Wildbienen und Hummeln.

Nachhaltigkeit ist ein ebenso wichtiges Leitmotiv für die Planung des Lichtkonzepts. Die Hamburger Hochbahn und die mit der Lichtplanung beauftragte Ingenieurgesellschaft Meinhardt Fulst GmbH entschieden sich für eine effiziente, sichere und zuverlässige Beleuchtungslösung aus dem Hause NORKA.

Abb.: Für Inspektionen und Reparaturen an den Unterböden der Fahrzeuge sorgen »ZUG LED«-Leuchten mit hoher Schutzart bis IP69 K für gleichmäßiges, blendfreies Licht. NORKA/Günther Fotodesign
Abb.: Für Inspektionen und Reparaturen an den Unterböden der Fahrzeuge sorgen »ZUG LED«-Leuchten mit hoher Schutzart bis IP69 K für gleichmäßiges, blendfreies Licht. NORKA/Günther Fotodesign

Gute Sicht und Sicherheit

Die Wartungsgänge und Laufebenen in der Werkstatthalle werden von »ERFURT LED«-Leuchten mit schwenkbarem Schutzrohr-Reflektor aus PMMA-Transopal flankiert. In der zweilampigen, breitstrahlenden Ausführung erzeugen sie eine Beleuchtungsstärke von 500 Lux, sorgen für eine ausgewogene Helligkeit, Gleichmäßigkeit sowie Blendungsbegrenzung und schaffen so beste Sehbedingungen für die Arbeit an den Zügen aus jeder Position, ohne Verschattungen. »ERFURT LED«-Leuchten sind in fein abgestuften Lichtströmen von 3.480 Lumen bis 14.900 Lumen erhältlich und können damit präzise auf die jeweilige Anforderung geplant werden. Dadurch lassen sich erhebliche Energieeinsparungen von bis zu 60 Prozent erzielen. Die Notbeleuchtung übernehmen ebenfalls »ERFURT LED«-Leuchten, jedoch in der einlampigen und kleineren Variante. Sie sind in regelmäßigen Abständen zwischen ihren »großen Brüdern« montiert und verfügen zusätzlich über ein Überwachungsmodul, das Funktionsprüfungen der Anlage durchführen kann. Gespeist von einer Zentralbatterie garantieren sie bei einem eventuellen Ausfall der Beleuchtung eine sichere Notbeleuchtung mit Beleuchtungsstärken von 50 Lux – und erfüllen damit die Anforderungen der Arbeitsstättenrichtlinie, die für Bereiche mit erhöhter Absturzgefahr zehn Prozent der Allgemeinbeleuchtungsstärke vorschreibt.

Das Prinzip der zweilampigen Allgemeinbeleuchtung in Kombination mit einlampiger Notbeleuchtung setzt sich auch in der Waschhalle fort. Denn die »ERFURT LED«-Leuchten verfügen über alle notwendigen Features, die für die Beleuchtung unter solch besonderen Umgebungsbedingungen notwendig sind. Sie erfüllen die Schutzklasse II (zusätzliche Schutzisolierung für spannungsführende Teile), haben Schutzart IP65 (staubdicht und Schutz gegen Strahlwasser), sind korrosions- und schlagfest sowie säure- und laugenbeständig.

Abb.: Leuchten die LED rot, ist der Bahnstrom zugeschaltet. Die Farbe Grün signalisiert Entspannung im wortwörtlichen Sinn, denn dann ist der Bahnstrom abgeschaltet. NORKA/Günther Fotodesign

Zuverlässiges Arbeits- und Signallicht

Für Inspektionen und Reparaturen an den Unterböden der Schienenfahrzeuge ist eine gute Sicht essentiell. Von den Arbeitsgruben aus werden beispielsweise die Räder mit Ultraschallgeräten auf Materialfehler überprüft und die Bremsbeläge inspiziert. Gleichmäßiges, blendfreies Licht in ausreichender Menge ist hier unermesslich wichtig, damit auch kleinste Schäden an den Fahrzeugen sofort erkannt werden. In der Betriebswerkstatt in Billstedt wird dies sichergestellt durch »ZUG LED«-Leuchten. Die besonders robusten Leuchten werden aufgrund ihrer hohen Schutzarten bis IP69K bevorzugt in Arbeitsgruben und in Zonen mit besonderen Schutzanforderungen eingesetzt. Dabei sorgt die raumstrahlende Lichtcharakteristik dafür, dass Boden und Laufweg in der Grube sowie das Fahrwerk der Bahn gleichmäßig ausgeleuchtet werden.

Darüber hinaus übernehmen »ZUG LED«-Leuchten auch an den Gleisen eine wichtige Funktion für das Werkstatt-Team, denn ihr Signallicht zeigt den Betriebszustand des Bahnstroms im jeweiligen Arbeitsbereich an: Leuchten die »ZUG LED« rot, ist der Bahnstrom zugeschaltet. Die Farbe Grün signalisiert Entspannung im wortwörtlichen Sinn, denn dann ist der Bahnstrom abgeschaltet.

Langlebige Lichtlösung

Mit dem Einsatz von NORKA-Produkten haben sich Bauherr und Planer nicht nur für eine effiziente und robuste, sondern auch für eine besonders langlebige Lichtlösung entschieden – wie sie sich bereits in zahlreichen Projekten der Hamburger Hochbahn AG bewährt. NORKA ist Spezialist für das Licht unter extremen Umgebungsbedingungen und so stellt das Umfeld sowohl in der Wartungshalle und den Arbeitsgruben als auch in der Waschhalle kein Problem für die Leuchten dar. Öl- und laugenbeständig, besonders schlagfest, resistent gegen hohe und tiefe Temperaturen und auf raue Umgebungen ausgelegt, behaupten sich »ERFURT LED« und »ZUG LED« auch da, wo Standardprodukte oft aufgeben. Das Dichtungssystem aus alterungsbeständigem Silikon-/Synthese-Kautschuk und hohe Schutzarten verhindern zudem das Eindringen von Ruß, Staub, Flüssigkeiten oder Insekten in das Leuchtengehäuse und ermöglichen die Reinigung der Leuchten mit Strahlwasser. Die Beleuchtung bei Wartung, Reparatur und Reinigung der U-Bahnen wird also lange gute Dienste leisten, ohne dass sie selbst gewartet werden muss.

Abb.: In der Waschhalle setzt sich das Leuchtenkonzept fort, denn es verfügt über alle Features, die für die Beleuchtung unter solch besonderen Umgebungsbedingungen notwendig sind. Norka/Günther Fotodesign
Abb.: Ein Riesengraffiti verschönert die Außenwände der Waschhalle. Die lustigen Gestalten, die sogenannten »Freaks«, wurden vom Hamburger Street-Art-Künstler Rebelzer im Auftrag der Hochbahn verwirklicht. NORKA/Günther Fotodesign

Weitere Informationen:

Projekt: U-Bahn-Werkstatt und -Waschanlage, Hamburg-Billstedt

Bauherr: Hamburger Hochbahn AG, www.hochbahn.de

Lichtplanung: Ingenieurgesellschaft Meinhardt Fulst GmbH, www.i-mf.de

Leuchten: NORKA, Hamburg, www.norka.de

Fotos: NORKA/Günther Fotodesign

Dieser Artikel ist erschienen in

Licht 5 | 2021

Erschienen am 25. Juni 2021