Design
Licht 4 | 2019

Iconic Eyes – Eyecatcher und Ikone

11 Lichtobjekte strahlen im Bayerischen Nationalmuseum

Am 13. März gab es im Bayerischen Nationalmuseum einen besonderen Moment zu feiern. Denn an diesem Abend fand die weltweite Premiere der Leuchte »Iconic Eyes« statt, ein gemeinsames Projekt des Designers Bernhard Dessecker mit der niederländischen Firma Moooi. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion bekamen die Gäste exklusive Einblicke in die spannende Entstehungsgeschichte, die bereits 2013 ihren Ursprung nahm.

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Abb.: »85 Iconic Eyes« besteht aus 85 LED-Frontscheinwerfermodulen und wird komplett in Handarbeit gefertigt. Moooi

Von den Scheinwerfern eines BMW inspiriert und an seiner ovalen Form mit zahlreichen Linsen erkennbar, ist der moderne Lüster »Iconic Eyes« ein echter Blickfang – im wahrsten Sinne ein »Eye«-Catcher. Ganze 11 Leuchten hängen seit März im Entree des Bayerischen Nationalmuseums. Die offizielle Einführung des speziell für das Museum kreierten Entwurfs erfolgte am 13. März mit der Podiumsdiskussion »Let’s talk about light« im Rahmen der Munich Creative Business Week (MCBW). Der Lichtdesigner Bernhard Dessecker und Marcel Wanders, Designer und Gründer von Moooi, sowie Dr. Frank Matthias Kammel, Generaldirektor des Bayerischen Nationalmuseums, gaben den rund 200 Gästen interessante Einblicke in die teils komplexe Entstehungsgeschichte. Moderiert wurde die Veranstaltung von Emre Onur, Chefredakteur der Fachzeitschrift LICHT.

Abb.: Die Module aus mit Glasperlen gestrahlten, optischen Linsen und Lichtleitern werden von je 3 LEDs beleuchtet. Bayerisches Nationalmuseum München
Abb.: Es war zeitlich und technisch eine große Herausforderung, die 11 Lichtobjekte an der denkmalgeschützten Decke auf gleicher Höhe zu montieren. Moooi

Moooi und Bernhard Dessecker sind mit ihrem ersten gemeinsamen Designprojekt, der Iconic Eyes, wieder am Ausgangspunkt angelangt. Denn bereits 2013 hat Dessecker ein Lichtdesign entworfen, bei dem BMW-Bauteile wiederverwendet wurden. Aus der Idee, Lichtkunst aus Serienteilen von BMW-Scheinwerfern zu schaffen, entstand ein Kooperationsprojekt zwischen der Abteilung BMW-Lichttechnik und Bernhard Dessecker. In diesem Rahmen entwarf, konstruierte und baute er »85 Iconic Eyes«, einen Lüster aus 85 LED-Frontscheinwerfermodulen. Sechs Jahre später realisierte das niederländische Designunternehmen Moooi das volle Potenzial dieses Entwurfs und stellt die Leuchten nun in Serie her. Iconic Eyes gibt es in zwei Größen: 85 und 161 – genannt nach der Anzahl der Scheinwerfer einer BMW 5er-Serie, dem E39. Der ellipsenförmige Lüster besteht aus über 640 Einzelteilen, ist 85 cm hoch, 60 cm breit, 30 kg schwer und wird komplett in Handarbeit gefertigt. Die Module aus mit Glasperlen gestrahlten, optischen Linsen und Lichtleitern, werden von je 3 LEDs beleuchtet. Oval angeordnet kreieren die Scheinwerfer eine stimmungsvolle Raumbeleuchtung, die von hellen Lichtringen verstärkt wird. Die Originalglaslinse des Scheinwerfers wirkt wie ein Vergrößerungsglas. »Beim Auto macht das Sinn, doch eine Leuchte für zu Hause benötigt ein ganz anderes Licht,« meint Dessecker. Er hat hierfür zwar dieselbe Linse verwendet, diese jedoch mattiert. Dadurch wird eine bessere Streuung generiert und dem Blendeffekt entgegengewirkt. Dimmen und steuern lässt sich jeder einzelne Leuchter mit einer App via Smartphone oder Tablet. Finanziert wurden die 11 neuen Leuchten durch den Freundeskreis des Bayerischen Nationalmuseums e.V. – als Abschiedsgeschenk für die ehemalige Generaldirektorin Dr. Renate Eikelmann, die im Juli 2018 in den Ruhestand ging.

»Licht ist nie langweilig und immer wieder überraschend. Es kann einen aufheitern, überraschen und zum Lächeln bringen, ohne überhaupt zu verstehen, dass es vom Licht kommt.« Bernhard Dessecker

Abb.: Die offizielle Einführung der Leuchte erfolgte im März im Rahmen der Podiumsdiskussion »Let's talk about light«. Marcel Wanders, Bernhard Dessecker und Dr. Frank Matthias Kammel gaben interessante Einblicke (v.l.n.r.). Moderiert wurde die Diskussionsrunde von Emre Onur, Zeitschrift LICHT. Moooi
Abb.: Rund 200 Gäste folgten den spannenden Hintergrundstorys und hatten hinterher Gelegenheit zum Netzwerken. Moooi

Bernhard Dessecker hat über dreißig Jahre Berufserfahrung in den Bereichen Lichtplanung, Innenarchitektur sowie Entwicklung und Design von Beleuchtungskörpern. Seine Berufslaufbahn begann 1983 bei Studio Morsa in New York. Danach arbeitete er für viele Jahre eng zusammen mit Ingo Maurer.

Das im Jahr 2001 von Marcel Wanders und Casper Vissers gegründete Unternehmen Moooi wurde nach dem Wort für »schön« in ihrer Muttersprache Niederländisch benannt, wobei das dritte »O« im Markennamen für den Mehrwert hinsichtlich der Schönheit und Einzigartigkeit steht.

Das Bayerische Nationalmuseum ist eines der größten Museen Deutschlands. Seine Sammlung repräsentiert europäische Kunst von der Spätantike bis zum Jugendstil. Das Museum wurde 1855 gegründet und befindet sich seit 1900 in seinem imposanten, denkmalgeschützten Gebäude. Der Architekt Gabriel von Seidl kombinierte unterschiedliche historische Architekturstile zu einem pittoresken Ganzen. Mit der kontinuierlichen Erweiterung der Sammlungen verfolgt das Museum das Ziel, die Vergangenheit und Gegenwart zu verbinden.

Abb.: Der Eingang ist die Visitenkarte des Hauses: Das Bayerische Nationalmuseum empfängt seine Besucher neuerdings in einer neuen Lichtstimmung mit 11 »Eye-Catchern«. Moooi

Weitere Informationen:

Dessecker Design, www.dessecker-design.de

Moooi, www.moooi.com

Bayerisches Nationalmuseum, www.bayerisches-nationalmuseum.de

Fotos: Moooi, Bayerisches Nationalmuseum

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Licht 4 | 2019

Erschienen am 24. Mai 2019