Planung
Licht 4 | 2020

Gutes Licht – nicht nur im Notfall

Zentrale Notaufnahme Krankenhaus Rudolfstiftung Wien

In Zusammenarbeit mit dem Wiener Architekturbüro formann2puschmann | architekten zt-gmbh durfte das Team von Molto Luce Wien den Zu- und Umbau der Zentralen Notaufnahme Rudolfstiftung Wien mit einem modernen Beleuchtungskonzept begleiten.

Lesezeit: ca. 3 Minuten
Abb.: Im Eingangsbereich der neuen ZNA wird man von einem hellen Erscheinungsbild begrüßt. Neben viel Tageslicht schafft die künstliche Beleuchtung zu jeder Uhrzeit eine angenehme Atmosphäre für Patienten, Ärzte und Pfleger. formann2puschmann | architekten zt-gmbh

Das städtische Krankenhaus »Rudolfstiftung« befindet sich im 3. Wiener Gemeindebezirk und die dort ansässige Zentrale Notaufnahme (ZNA) versorgt rund um die Uhr Patienten, die mit einem plötzlich einsetzenden, akuten und meist unklaren Krankheitsbild in das Krankenhaus kommen. Die herausfordernden Aufgaben für das Krankenhauspersonal sowie Stress und Anspannung bei den Patienten sind kritische Faktoren, die es durch ein passendes Umfeld bestmöglich zu entspannen gilt. Das bereits in den 1970er Jahren erbaute Hauptgebäude und die in den 1990er Jahren hinzugekommene Notaufnahme entsprachen nicht mehr den Anforderungen einer zeitgemäßen Notaufnahme. Bei der Aufgabenstellung an die Architekten ging es daher um eine Neuorganisation der bestehenden Räumlichkeiten, um Schaffung zusätzlich erforderlichen Raumbedarfs, einer Optimierung der Wegeführung, Verbesserung der Atmosphäre und Fluchtweg-Situation. Patienten und Personal sollten sich künftig besser orientieren können und in den Bereichen der Notaufnahme merklich wohler fühlen. Nach einer 17-monatigen Bauphase entstand eine der modernsten Notaufnahmen Österreichs, die zukünftig rund 35.000 Patienten pro Jahr betreuen wird.

Abb.: Der neu erbaute Komplex hebt sich bewusst vom bestehenden Bau ab und zeigt sich als flacher, eingeschossiger Monolith, der über dem Boden zu schweben scheint. Outdoorleuchten »LOOK« von Simes illuminieren den Außenbereich. formann2puschmann | architekten zt-gmbh

Homogenes Lichtbild

Der neu erbaute Komplex hebt sich bewusst vom bestehenden Bau ab und zeigt sich als flacher, eingeschossiger Monolith. Mit seiner Fassade aus braun-schwarzen Aluminiumverbundplatten erinnert das Gebäude nur wenig an einen typischen funktionalen Krankenhausbau. Im Eingangsbereich wird man von einem hellen, klaren Erscheinungsbild begrüßt. Um die freundliche Wirkung zu verstärken, versuchten die Architekten möglichst viel Tageslicht in Gänge und Räume zu bringen. Trotz großzügiger Tageslichtzufuhr war eine optimierte künstliche Beleuchtung erforderlich, die Tag und Nacht einerseits eine angenehme Atmosphäre schafft, andererseits genug Licht für Stationsärzte und Pflegepersonal liefert. In Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro wurde eine hochwertige und homogene Beleuchtungslösung erarbeitet. Dabei mussten nicht nur die optischen Merkmale, sondern alle Normen und technischen Erfordernisse berücksichtigt werden. Erschwerend kam hinzu, dass die meisten Räume mit Kühldecken ausgestattet waren. Aus diesem Grund wurde in allen Verkehrszonen und Wartebereichen das lineare LED-Einbauprofilsystem »RIDE« eingesetzt, welches mit einer Breite von nur 35mm dezent ist und dennoch für genügend Helligkeit sorgt. Durch Opalabdeckungen nach unten wird das Licht gleichmäßig in den Raum verteilt und ein homogenes Lichtbild erzeugt. In den Fluren sind die Profile quer verbaut, um eine optische Verbreiterung der Gänge zu vermitteln. Ergänzend zu den Linearprofilen kommt in den Ausnüchterungsräumen ein rundumlaufendes RGB-LED-Band zum Einsatz, das nach Bedarf gesteuert werden kann. Ungewohnt für den klassischen Behandlungsraum in Spitälern, bringen in den Räumen der Rudolfstiftung besonders flache, runde Aufbauleuchten der Serie »BADO NOVA« ein aufgelockertes Bild mit sich. Die direkt-indirekt strahlenden Leuchten in unterschiedlichen Durchmessern setzen dekorative Akzente. Für optimale Lichtverhältnisse am Schreibtisch sorgen die linearen LED-Pendelleuchten »RIDE LENS« mit homogener Ausleuchtung und maximaler Entblendung, die mittels innovativer Linsentechnologie erzielt wird. Runde Deckeneinbauspots bringen Licht in die Sanitärbereiche. Da die Leuchten in diesen Bereichen meist wenig im Fokus des Betrachters stehen, kommen hier kostenseitig attraktive, aber dennoch funktionale Leuchten zum Einsatz.

Abb.: In den Fluren wurde das LED-Einbauprofilsystem »RIDE« quer verbaut, um eine optische Verbreiterung der Gänge zu vermitteln. formann2puschmann | architekten zt-gmbh

Alle eingesetzten LED-Leuchten sind wartungsarm, energieeffizient und nachhaltig, was nicht zuletzt auch an der Fertigung am österreichischen Produktionsstandort von Molto Luce, in Weißkirchen bei Wels, liegt. Die ZNA Rudolfstiftung ist ein vorbildliches Beispiel für zeitgenössische Krankenhausarchitektur und funktionale Beleuchtungslösung.

Abb.: In Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro wurde eine homogene Beleuchtungslösung erarbeitet. Das lineare LED-Einbauprofilsystem »RIDE« sorgt mit einer Breite von nur 35mm für genügend Helligkeit. formann2puschmann | architekten zt-gmbh
Abb.: Die besonders flachen Aufbauleuchten »BADO NOVA« lockern das sonst nüchterne Erscheinungsbild in den Behandlungsräumen auf und geben direkt-indirektes Licht ab. formann2puschmann | architekten zt-gmbh

Weitere Informationen:

Architekten: formann2puschmann | architekten zt-gmbh, Wien (AT), www.f2p.at

Elektroplanung und -installation: Müller & Miksch GesmbH, Wien (AT), www.muellerundmiksch.at

Im Artikel genannte Leuchten: Molto Luce, Wels (AT), www.moltoluce.com

Fotos: formann2puschmann | architekten zt-gmbh

Dieser Artikel ist erschienen in

Licht 4 | 2020

Erschienen am 25. Mai 2020