Design
Licht 2 | 2022

Gegensätze in Balance

Kollektion »Signals« von Barber & Osgerby

»Signals« ist die erste Leuchtenkollektion, die das Londoner Designbüro Barber & Osgerby für Galerie kreo entworfen hat. Die Serie ist geprägt von zwei kontrastreichen Materialien: industriell gefertigtes Aluminium und mundgeblasenes Glas.

Lesezeit: ca. 3 Minuten
Abb.: Die Londoner Galerie kreo präsentiert mit der Ausstellung »Signals« die gleichnamige Leuchtenkollektion der britischen Designer Edward Barber und Jay Osgerby. Metall und Glas treffen hier kontrastreich aufeinander. Eva Herzog

Edward Barber und Jay Osgerby haben am Royal College of Art in London Architektur studiert, 1996 gründeten sie ihr erstes gemeinsames Büro, 2001 bauten sie ihre zweite Firma auf, Universal Design Studio. Mit ihren Teams arbeiten sie in den Bereichen Architektur, Innenraumgestaltung, Produkt- und Ausstellungsdesign. Auch großformatige Installationen gehören zum Portfolio der Architekten. Zu ihren Kunden zählen unter anderem Vitra, Rimowa und Flos. Mit ihren Produkten sind Barber & Osgerby auch in den ständigen Sammlungen einiger Museen vertreten, darunter das Metropolitan Museum of Art in New York oder das Vitra Design Museum in Weil am Rhein.

Abb.: In die Rückseite der Stehleuchten ist ein Dimmer integriert, der per Hand reguliert werden kann. Die Leuchten lassen sich auch drehen, sodass sie wahlweise direktes oder indirektes Licht in den Raum abgeben. Eva Herzog

Klare Metallform, facettenreiches Glas

Die Zusammenarbeit zwischen Barber & Osgerby und Galerie kreo startete im Jahr 2016 mit einer Tisch-Kollektion. Die renommierte Möbelgalerie mit Vertretungen in Paris und London ist bekannt dafür, zeitgenössische Objekte in limitierter Auflage von internationalen Designern anfertigen zu lassen. Mit ihrer Serie »Signals« präsentieren die britischen Designer ihre erste Einzelausstellung in der Galerie. Sie zeigt Steh-, Wand- und Pendelleuchten, wobei die Stehleuchten durch ihren skulpturalen Charakter den gestalterischen Schwerpunkt bilden.

Unterschiedlich farbige Aluminiumkästen bilden die kantige, strenge Struktur der Leuchten. Ihnen entgegengesetzt sind konisch geformte Schirme aus Glas mit weichen Rundungen. Sie entstehen in traditioneller Handarbeit in den Werkstätten der venezianischen Manufaktur Venini auf der Insel Murano. Barber & Osgerby arbeiteten 2009 das erste Mal mit Venini zusammen, als sie eine limitierte Auflage überdimensionaler Vasen entwarfen, die in Mailand und London ausgestellt wurden.

Je nach Dicke des Glases, wechselt bei »Signals« die Anmutung des kolorierten, zerbrechlichen Werkstoffes von intensiv leuchtend bis hin zu dezent durchscheinend. Diese Verbindung unterschiedlicher Verarbeitungsmethoden umschreiben Barber & Osgerby als »technisches Handwerk«, wobei die schlichten, geometrischen Formen – Kegel und Rechteck – eine elementare Rolle in diesem Design spielen. Die Stehleuchten lassen sich drehen, so dass die Lichtrichtung verändert werden kann und die Leuchte nach Wunsch direktes oder indirektes Licht abgibt. Auf der Rückseite der Aluminiumkonstruktion befindet sich außerdem ein Dimmer. Kollektion »Signals« steht exemplarisch dafür, wie das Designbüro mit verschiedenen Materialien, Herstellungsverfahren und Farbkompositionen auf forschende Weise umgeht.

Die gleichnamige Ausstellung »Signals« wurde in der Londoner Galerie kreo am 20. Januar 2022 eröffnet und ist dort noch bis 16. April 2022 zu sehen.

Abb.: Je nach Dicke des Glases, wechselt bei »Signals« die Anmutung des kolorierten, zerbrechlichen Werkstoffes von intensiv leuchtend bis hin zu dezent durchscheinend. Eva Herzog
Abb.: Prägnant für das Design der Leuchten ist ihre Geometrie. Barber & Osgerby arbeiteten mit zwei Formen, zwei Materialien und zwei Herstellungsverfahren. Die Synergie daraus bezeichnen sie als »technisches Handwerk«. Eva Herzog

Weitere Informationen:

Barber & Osgerby, London, www.barberosgerby.com

Galerie kreo, London / Paris, www.galeriekreo.com

Venini, Venedig, www.venini.com

Fotos: Eva Herzog

Autorin: Andrea Mende, freie Redakteurin, Leipzig

Dieser Artikel ist erschienen in

Licht 2 | 2022

Erschienen am 31. März 2022