Planung
Licht 7 | 2022

Flexibel, wahrnehmungsorientiert, nachhaltig

Neues Licht im Büro von S/O/G

Für ihr neues Büro in Osnabrück setzte die Agentur für Markenkommunikation S/O/G, Stiehl/Over/Gehrmann, auf eine nachhaltige Beleuchtung. Neben einer flexibler Beleuchtung, die sich auf wechselnde Office-Layouts anpassen lässt, waren auch hoher Sehkomfort und ein ansprechendes Erscheinungsbild relevant.

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Abb.: Für ihr neues Büro in Osnabrück legte die Agentur S/O/G großen Wert auf eine nachhaltige und flexible Beleuchtung, die sich wechselnden Office-Layouts anpasst. Strahler mit der Lichtverteilung »narrow spot« setzen das Agentur-Logo in Szene. Lukas Palik

Die Agentur für Markenkommunikation S/O/G mit Sitz in Berlin und Osnabrück ist u. a. bekannt dafür, dass sie die ikonografischen Piktogramme von Otl Aicher (1922 – 1991) verwaltet und für die Lizenzvergabe verantwortlich ist. Für ihr neues Büro in Osnabrück legte die Agentur großen Wert auf eine nachhaltige und flexible Beleuchtung, die sich wechselnden Office-Layouts anpasst. Kai Alexander Gehrmann, Teil der dreiköpfigen Geschäftsleitung der Agentur, war es darüber hinaus wichtig, dass die Beleuchtung hohen Sehkomfort bietet, möglichst wenig Energie verbraucht und sich in das repräsentative Interieur auch in ästhetischer Hinsicht gut integrieren lässt. Eine Lichtlösung mit Stromschienen erwies sich aus zweierlei Gründen als perfekte Lösung. Zum einen konnte das Stromnetz der gemieteten Büroräume nicht verändert werden, sodass eine adaptive Infrastruktur für das Licht nötig war. Zum anderen konnte damit die wichtigste Anforderung erfüllt werden: maximale Flexibilität.

So bleibt Licht flexibel

Flexibilität ist Teil der DNA einer Agentur. Übertragen auf das Büro muss agiles Arbeiten und Miteinander ermöglicht werden – sei es für Einzel-, Gruppenarbeit oder informelle Gespräche beim Kaffee. Dafür braucht es verschiedene Arbeitsplatzkonstellationen, die sich schnell an neue Teams anpassen lassen. Um eine veränderte Tischanordnung oder ein neues Büro-Layout schnell umsetzen zu können, muss auch die Beleuchtung flexibel sein. Downlights für Stromschienen sind die ideale Antwort auf die Wandlungsfähigkeit, die heute in modernen Arbeitswelten gefragt ist. Im Büro von S/O/G wurde dafür eine Infrastruktur aus abgependelten Hi-trac-Stromschienen installiert. Diese haben im Vergleich zur normalen Stromschiene ein höheres Profil, wodurch Abhängepunkte bis zu vier Meter auseinander liegen können. Wie in jeder anderen Stromschiene lassen sich die Leuchten werkzeuglos neu positionieren und ausrichten. So können Anwender die Beleuchtung im Handumdrehen an wechselnde Settings anpassen. Im Büro übernehmen Erco »Jilly« Downlights für Stromschienen die normkonforme Beleuchtung der Büroarbeitsplätze. Dieser Leuchtentyp verbindet die örtliche Flexibilität von Leuchten für Stromschienen mit dem Sehkomfort von Downlights. Spezielle, auf die lineare Anordnung von Schreibtischen ausgerichtete ovale Lichtverteilungen erlauben zudem weite Leuchtenabstände.

Abb.: Die Agentur für Markenkommunikation S/O/G verwaltet u. a. die Piktogramme von Otl Aicher. Die flachen »Jilly«-Downlights für Stromschienen übernehmen die normkonforme Beleuchtung der Büroarbeitsplätze. Ergänzt werden sie durch »Parscan«-Strahler mit »flood«-Lichtverteilung. Lukas Palik
Abb.: Die Infrastruktur aus abgependelten Hi-trac-Stromschienen hat im Vergleich zur normalen Stromschiene ein höheres Profil, wodurch Abhängepunkte bis zu vier Meter auseinander liegen können. Die Leuchten lassen sich werkzeuglos neu positionieren, ausrichten und sich an wechselnde Settings anpassen. Lukas Palik

Bewusster Umgang mit der Ressource Licht

Mit einem Stromschienen-System lässt sich in Büros ein zoniertes Beleuchtungskonzept leicht umsetzen. Dabei wird Licht nur dort eingesetzt, wo es benötigt wird – in der Agentur ausgerichtet auf die Schreibtische. Das heißt auch, dass es dort weggelassen werden kann, wo es nicht gebraucht wird. Ein planerischer Ansatz, der den ressourcenschonenden Umgang mit Licht und damit Energie forciert. Schließlich kann der Energieverbrauch mit zonierter Beleuchtung um ca. 50 % gesenkt werden, im Gegensatz zu einer flächendeckenden Beleuchtung des ganzen Raumes. Die »Parscan«-Strahler mit »flood«-Lichtverteilung (ca. 30°) beleuchten die Wände homogen und stellen so die Grundbeleuchtung her. Da vertikal beleuchtete Flächen in der menschlichen Wahrnehmung einen höheren Helligkeitseindruck erzeugen, entsteht ein gefühlt helleres Raumbild. Die Grundbeleuchtung wird mit Akzentbeleuchtung kombiniert. So setzen etwa dieselben Strahler mit der Lichtverteilung »narrow spot« (ca. 8°) das Agentur-Logo am Eingang über dem Empfangstresen pointiert in Szene. Durch die Kombination wird der Raum gegliedert, Wahrnehmungshierarchien entstehen und die Räumlichkeiten gewinnen an Attraktivität.

Eine Verbindung zwischen der Agentur für Markenkommunikation und dem Leuchtenhersteller Erco bestand übrigens auch auf anderer Ebene. Otl Aicher konzipierte in den 1970er Jahren auch das Corporate Design für Erco.

Weitere Informationen:

Stiehl/Over/Gehrmann GmbH, Osnabrück, www.stiehlovergehrmann.com

Architektur: Plan.Concept Architekten GmbH, Osnabrück, www.planundconcept.de

Leuchten: Erco GmbH, Lüdenscheid, www.erco.com

Fotos: Lukas Palik

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