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Licht 1 | 2022

Es wurde wieder Licht(woche)

Die 7. LICHTWOCHE München im Schatten der Pandemie

30 Programmpunkte und rund 600 Teilnehmer in einer Woche: Das Konzept für die Durchführung der LICHTWOCHE München 2021 mit kleineren Events unter Pandemiebedingungen ist aufgegangen. Nach einer Woche voller schöner Lichtmomente bildete die Preisverleihung des »LUXI – der LICHT-Preis« am 12. November 2021 im Roomers München den stimmungsvollen Abschluss.

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Abb.: Während der kompletten Woche verzauberte die Lichtshow »Nachtlichter. Vom Dunkel ans Licht« das Publikum. Mit Einbruch der Dunkelheit verwandelte sich die Fassade des Staatsarchivs München täglich für drei Stunden in eine bunte Außenbühne und holte Kulturgüter der Archive in den öffentlichen Raum. Foto: Thomas Mahnecke Digital Media Artist Thomas Mahnecke Digital Media Artist

So breit aufgestellt das Programm der LICHTWOCHE München, so vielfältig das Publikum: Während die Ausstellungen, Führungen und Lichtshows Licht-Freunde jeglicher Art in ihren Bann zogen, fanden sich zu den Fachveranstaltungen und -vorträgen Spezialisten unterschiedlichster Berufsgruppen ein. Der LICHT-Thementag zur UV-C-Technologie beispielsweise lockte Planer und Ingenieure ebenso in die Räume des Pflaum Verlags wie Entwickler und Psychologen. Nach einer eindrucksvollen Keynote aus medizinischer Sicht von Prof. Dr. med. Herbert Plischke und Prof. Dr. med. Christian Hanshans erhielten die Teilnehmer von weiteren Referenten einen tiefen Einblick in die Möglichkeiten der UV-C-Luftentkeimung.

Beim Thementag »New Work« standen »Licht und Gestaltung am Arbeitsplatz im Wandel« im Mittelpunkt. Auch hier galt besondere Aufmerksamkeit der Licht- und Luftqualität in der modernen Arbeitswelt, wie Dr. Oliver Vogler von Ledvance in seinem Vortrag veranschaulichte. Wie das Potenzial einer humanzentrierten Beleuchtung im Home(office) ausgeschöpft werden kann, verdeutlichte Johannes Zauner, Lichtplaner und Dozent an der Hochschule München.

Der von Trilux veranstaltete Thementag zu Lichtimmissionen und New Work widmete sich u. a. der gesamtheitlichen Betrachtung von umweltschonender Beleuchtung und zeigte wichtige Parameter und Möglichkeiten einer insektengerechten Außenbeleuchtung auf.

Und auch eine Weltneuheit hatte die LICHTWOCHE München in diesem Jahr zu bieten: In Kooperation mit der feno GmbH und Bergmeister Leuchten präsentierte Nichia seine neue 1800 K/CRI 70 High-Power-LED für die Straßenbeleuchtung, die den direkten Ersatz von Natriumdampflampen ermöglicht (mehr dazu im Interview auf S. XY).

Abb.: Unter dem Titel »Was bedeutet Licht für Ingo Maurer?« und »Licht zum Anfassen« lud die Ingo Maurer GmbH in ihren Showroom ein. Axel Schmid (im Bild) und Sebastian Utermöhlen gaben exklusive Einblicke in die Arbeiten des 2019 verstorbenen Lichtdesigners. Foto: Maik Kern Maik Kern

LUXI-Gewinner 2021

»LUXI – der LICHT-Preis« richtet sich an Studierende, Design- und Planungsbüros, die Industrie sowie Start-up-Szene und zeichnet besonders inspirierende Lichtideen aus. In seinem 7. Jahr konnte der Wettbewerb insgesamt 31 Einreichungen verzeichnen, die Mitte Oktober von einer sechsköpfigen Jury bewertet wurden. Für den Nachwuchspreis hatten Studierende der HAW Hamburg, der Hochschule Rosenheim, der Hochschule Kaiserslautern, der AdBK München, der Fachakademie Garmisch-Partenkirchen, der Kunsthochschule Halle, der TU München und der der Universität der Künste Berlin Arbeiten eingereicht.

Der Nachwuchspreis in der Kategorie Leuchte ging an Laura Korder von der Fachakademie für Holz und Gestaltung Garmisch-Partenkirchen für die portable Leuchte »puc«. Sie verführt mit ihrem außergewöhnlichen Design dazu, ihre vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten auszuprobieren und das Licht immer wieder neu zu positionieren.

Der Masterstudiengang Innenarchitektur an der Hochschule Kaiserslautern gewann mit dem Messestandkonzept »Linien im Raum« den Nachwuchspreis in der Kategorie Lichtkonzept. Bemerkenswert war für die Jury das Timing der Studierenden: Sie haben ihr Konzept erstmals im Januar 2020 auf der imm Cologne praktisch umgesetzt – also noch bevor pandemiebedingt die Grenzen zwischen virtueller und realer Welt zu verschwimmen begannen.

Mit »squareLED« wurde die Marburger Tapetenfabrik mit ihrer »Lichttapete« für den Innovationspreis prämiert. Für die Jury machen die daraus entstehenden Synergien zwischen Textilien und LED-Technik und das Potenzial für Weiterentwicklungen den Innovationscharakter aus. Gewinner des Start-up-Preises ist Neozoon. Ihre Saugnapf-Akkuleuchte bedarf keiner langen Erklärung und hat die Jury sofort begeistert: »Obwohl das Prinzip klar ist, regt es die Kreativität an. Man möchte Neozoon ausprobieren und überall hin mitnehmen.«

Die LICHTWOCHE München 2021 wurde von Ledvance, Nichia, Trilux, Barthelme, WE-EF und Wibre unterstützt. Die 8. LICHTWOCHE München ist vom 4. bis zum 11. November 2022 geplant.

Abb.: LUXI-Nachwuchspreis Leuchte: »puc« von Laura Korder ist schlicht, aber gerade deswegen einfach zu begreifen und funktional. Die Arbeit zeigt vor allem, welches Potenzial in portablen Leuchten steckt. Foto: Laura Korder Laura Korder
Abb.: LUXI-Nachwuchspreis Lichtkonzept: Das Messestandkonzept »Linien im Raum« (Masterstudiengang Innenarchitektur Hochschule Kaiserslautern) beeindruckt aufgrund der gelungenen Kombination aus haptischer, physischer und virtueller Welt. Foto: Hochschule Kaiserslautern Hochschule Kaiserslautern, Prof. Hofmann
Abb.: LUXI-Preis Innovation: »squareLED« befreit das Licht aus seinem gewohnten Rahmen und zeigt eine neue Interpretation des Smart-Home-Themas. Fotos: Marburger Tapetenfabrik Marburger Tapetenfabrik
Abb.: LUXI-Preis Start-up: Manchmal sind es die einfachen Ideen, die den größten Eindruck hinterlassen. Die Saugnapfleuchte des Start-ups Neozoon bedarf keiner langen Erklärung und hat die Jury auf Anhieb begeistert. Foto: Neozoon Neozoon

Weitere Informationen:

Alle LUXI-Wettbewerbsbeiträge und Bildergalerie: www.lichtwoche-muenchen.de

Dieser Artikel ist erschienen in

Licht 1 | 2022

Erschienen am 25. Februar 2022