Technik
Licht 8 | 2021

Einfacher Anschluss im vernetzten Zeitalter

Steckbare Installationssysteme für Gebäude und Infrastruktureinrichtungen

Installationssteckverbinder sind gerade in Zeiten zunehmender Vernetzung ein Muss in der flexiblen Anlageninstallation. Ob im Tunnelbau oder in der Außenbeleuchtung – Phoenix Contact bietet die passende Anschlusslösung. Zur Auswahl stehen Schraube-, Feder- oder Schneidtechnik. Damit lässt sich unter technischen und kostenseitigen Aspekten für jede Anwendung eine passgenaue Lösung realisieren.

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Die technische Ausstattung privater und gewerblicher Gebäude wird immer komplexer. Verbraucher wie die Beleuchtung müssen mit Daten und Energie versorgt werden. Durch die zunehmende Vernetzung der Geräte nimmt die Anzahl elektrischer Knotenpunkte kontinuierlich zu. Dadurch steigt auch der Installationsaufwand bei der Verkabelung von Gebäuden und Infrastruktureinrichtungen und damit einhergehend der Kostendruck bei der Errichtung der Elektroinstallation. Herkömmliche Abzweigdosen zu verdrahten, ist zeitaufwendig und kostenintensiv.

Um die Installationskosten zu senken, bietet Phoenix Contact Installationssysteme wie das »IPD«-, »QPD«- und »PRC«-System. Sie lassen sich schnell, einfach und kostenoptimiert installieren und bieten eine Schutzart IP 65 und höher. Damit sind die Klemmstellen gegen Eindringen von Staub und Wasser geschützt, was eine langzeitstabile und verlässliche Verbindung garantiert.

Drei Anschlusstechniken

Die Installationssysteme unterscheiden sich in erster Linie durch die Anschlusstechnik. Zur Verfügung stehen Feder-, Schraub-, und Schneidanschluss. Beim Schneidanschluss – auch IDC-Technik (Insulation Displacement Connection) – muss der Leiter nicht vorbehandelt werden, das spart etwa 80 % der Installationszeit im Vergleich zur Schraubtechnik. Dieser Zeitvorteil führt auch zu niedrigeren Lohnkosten bei der Installation. Mit steckbaren Verbindern lassen sich flexible Energieverteilsysteme realisieren, die sich unter geänderten Anforderungen einfach an die neue Situation anpassen lassen. Durch geeignete Verteiler sind solche Installationssysteme beliebig erweiterbar. Auch der Austausch angeschlossener Geräte ist durch die Steckbarkeit ohne Verdrahtungsaufwand möglich – im Reparaturfall einfach »plug and play« das Gerät anschließen und die Anlage ist wieder betriebsbereit. Das vereinfacht die Instandhaltung, reduziert die Ausfallzeit im Fehlerfall und erhöht die Anlagenverfügbarkeit und Produktivität.

Abb.: Für jede Anwendung die richtige Anschlusstechnik: schneller IDC-Kontakt, einfache Push-in Technology und bewährter Schraubanschluss Phoenix Contact

Die drei Produktserien sind speziell für Energieverteilsysteme und Geräteanschlüsse entwickelt. Durch die Schutzart IP 67 eignen sich alle Baureihen für raue Umgebungsbedingungen im industriellen Umfeld und im Infrastrukturbereich. Die »QPD«-Serie überzeugt durch schnellen Schneidanschluss, die »IPD«-Serie durch einfachen Federanschluss und die »PRC«-Serie durch bewährten Schraubanschluss.

Von den genannten Anschlusstechniken gehört die Schraubtechnik zu den bekanntesten im Markt, jedoch nimmt der Anteil der Verbindungen in Feder- oder Schneidtechnik aufgrund der technischen sowie der Zeit- und Kostenvorteile stetig zu. Für den Schnellanschluss mit Feder- und Schneidetechnik spricht auch die Einfachheit der Installation. Gerade in schwierig zugänglichen Einbausituationen lassen sich Fehler vermeiden und sorgen für eine langzeitstabile und sichere Installation. Der »IDC«-Schnellanschluss ist für Anwendungen konzipiert, bei denen Rundleitungen rationell vor Ort angeschlossen werden sollen. Die Verbindung ist jederzeit wieder lösbar und die Komponenten sind mehrfach verwendbar. Bei diesem Anschlusssystem wird eine mehrpolige Leitung mit wenigen Handgriffen angeschlossen, denn die Schnellanschlusstechnik stellt beim Festdrehen den Kontakt und die Zugentlastung automatisch her.

Neu von Phoenix Contact ist der Push-Lock- Anschluss in der »IPD«-Stecker Serie. Feldseitig werden Leiter bis 2,5 mm² mit Hebeltechnik angeschlossen. Der Vorteil: flexible Leiter können ohne weitere Leitervorbehandlung schnell angeschlossen werden: Leiter abisolieren, Klemmstelle öffnen, Leiter einführen und Hebel umlegen – fertig ist der Leiteranschluss. Die Stecker mit Push-Lock-Hebelanschluss ergänzen das bestehende Produktprogramm um steckbare Verbinder und ermöglichen es, Leitungen vorkonfektionieren und so vor Ort schnell Anlagen in Betrieb nehmen zu können. Beim Steckvorgang verriegeln Stecker und Gegenseite automatisch und verhindern ein unbeabsichtigtes Lösen von Stecker und Buchse. Entriegelt wird die Verbindung werkzeuglos durch eine Viertelumdrehung des Kunststoffrändels am Stecker.

Abb.: Mit dem Push-Lock-Hebelanschluss lassen sich auch flexible Leiter werkzeuglos anschließen. Phoenix Contact

Darüber hinaus bietet die »IPD«-Serie Wandeinbau-Verbinder mit Push-in-Anschlusstechnik. Diese Steckverbinder sind auf den Geräteanschluss in der Schutzart IP 68 ausgelegt, dadurch eignet sich diese Serie für den Einsatz unter widrigen Bedingungen. Die Feder-Direktstecktechnik ermöglicht die Verwendung von 3- und 5-poligen Leitungen bis 2,5 mm² und den Einsatz von Robotern bei der geräteseitigen Verdrahtung. Die Serie erfüllt gängige Industriestandards wie VDE und UL und ist qualifiziert für den Einsatz im Außen- und Feuchtbereich.
Abb.: Eine typische Applikation für den Einsatz der »IPD«-Serie ist der Anschluss von Netzteilen für Industrieanwendungen. Phoenix Contact

Abb.: »IPD«-Steckverbinder mit Schnellverriegelung ermöglichen eine komfortable Installation auch unter widrigen Bedingungen. Phoenix Contact

Installationen in Industrieanlagen und Infrastruktureinrichtungen

Weitverzweigte Industrieanlagen und Infrastruktureinrichtungen stellen hohe Anforderungen an die eingesetzten Komponenten. Anlagenteile müssen in rauen Industrieumgebungen ausfallsicher elektrisch angeschlossen werden. Im Wartungsfall vereinfachen steckbare Anschlusslösungen den Austausch defekter Anlagenteile. Installationslösungen von Phoenix Contact bieten für jede Anwendung eine passende Lösung. Was für die Anforderungen an Steckverbinder in Industrieumgebungen gilt, ist auch für Infrastruktur-Applikationen anwendbar. Ob Tunnelbau, Straßenbeleuchtung oder Gebäude: Die drei Installationssysteme bieten hier durch den Systembaukasten verschiedene Lösungsmöglichkeiten für eine durchgängige und robuste Energieverteilung.

Design ist entscheidend Neben technischen Aspekten werden auch die Anforderungen an das Design immer bedeutender. Wanddurchführungen sind direkt mit dem Gerät verbunden und müssen optisch das Erscheinungsbild von Geräten abrunden. Für Geräte, die – wie in der Leuchtentechnik – im Sichtbereich eingesetzt werden wie gelten besonders hohe Anforderungen in Punkto Design. Die neue »IPD« Serie ist speziell für den Anschluss von Leuchten entwickelt und designed worden. Sie eignet sich aufgrund der Schutzart IP 68 für alle Anwendungen in feuchten und rauen Umgebungen. Durch das stylische Design passt das »IPD«-System auch zu modernen Leuchten für den Außenbereich. Durch die Direktstecktechnik werden die Verbinder dieser Serie schnell und einfach angeschlossen, was die Arbeit des Installateurs im Feld vereinfacht und dazu beiträgt, Fehler zu vermeiden.

Weitere Informationen:

Text: Thorsten Friedrich, Produktmanager in der Business Unit IFC, Phoenix Contact GmbH & Co. KG, Blomberg, www.phoenixcontact.com

Fotos: Phoenix Contact

Dieser Artikel ist erschienen in

Licht 8 | 2021

Erschienen am 26. Oktober 2021