Technik
Licht 3 | 2020

Eine architektonische Herausforderung

Intelligente Lichtregelung für das St. John’s College der Universität Cambridge

Die Universität von Cambridge verbindet Vergangenheit und Zukunft. Einige Gebäude auf dem Campus entstanden bereits um 1200. Sie auf den aktuellen Stand der Technik zu bringen ohne den historischen Charakter zu zerstören, ist eine ständige Herausforderung, der B.E.G. mit Präsenzmeldern begegnet.

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Abb.: Im New-Court-Gebäude der Universität Cambridge, das auch den Namen »The Wedding Cake« trägt, ermöglichen Präsenzmelder energiesparende Beleuchtung. B.E.G.

Lady Margaret Beaufort, die Mutter des Königs Henry VII gründete 1511 das historische Gebäude des St. John’s Colleges. Unter den Alumni des Colleges finden sich zehn Nobelpreisgewinner, sieben britische Premierminister, zwölf Erzbischöfe, zwei Prinzen und sogar drei Heilige. Ein geschichtsträchtiger Ort, den es behutsam auf den aktuellen Stand der Technik zu bringen galt.

Eine Herausforderung im Gebäude New Court, das auch »The Wedding Cake« genannt wird, war es, mittels Lichtsteuerung in den Fluren und im Treppenbereich unnötige Einschaltzeiten zu vermeiden und so die Energiekosten zu senken, ohne die Sicherheit in den Durchgangsbereichen zu reduzieren. Die Installationsmöglichkeiten waren jedoch eingeschränkt: die anspruchsvolle Architektur durfte nicht beeinträchtigt werden. Prägend im Gebäude ist die zentrale Wendeltreppe, von der aus Räume und Gänge abzweigen. Die Eingangsbereiche an den Seiten der Treppe haben hohe Kathedralendecken mit Rundbögen, die nicht verändert werden durften. Der Einsatz von Deckenpräsenzmeldern war somit nicht möglich.

Auf Grundlage dieser Anforderungen erarbeitete B.E.G. zusammen mit der ortsansässigen Baulogic Limited, einem Spezialisten für Gebäudeautomationssysteme, eine detaillierte Begutachtung der Beleuchtungssituation. Mit Rücksicht auf das ungewöhnliche Design des Gebäudes wählten die Partner den Wandpräsenzmelder Indoor 180-KNX für dieses Projekt aus.

Mark Gedrych, Direktor der Baulogic Limited, erläutert: »Durch die Wahl des Wandpräsenzmelders umgehen wir die Nutzung der Decken als Montageort. Um alle Bereiche zuverlässig zu erfassen, haben wir die Melder auf einer Höhe von 2,4 Metern über dem Boden montiert. So sind alle Zugangs- und Ausgangsbereiche abgedeckt.« Ein weiterer Pluspunkt für die Melder: Sie sind in Sonderlackierungen erhältlich. Für das St. Johns College konnten sie so mit einer Rahmenfarbe geliefert werden, die zu der von den Innendesignern gewählten Wandfarbe passt. Die modernen Präsenzmelder fügen sich dadurch stimmig in die renovierten neugotischen Räume ein. Sie erfassen zuverlässig die Bewegungen von Studenten und Gästen des Colleges in den Durchgangsbereichen und regeln die Beleuchtung nach Bedarf.

In einigen Flurbereichen, in denen keine historischen Decken geschützt werden mussten, kommen Deckenpräsenzmelder des Typs PD4-KNX-AP zum Einsatz. Diese Melder haben eine große Erfassungsreichweite von bis zu 24 Metern. Damit nur bestimmte Bereiche erfasst werden, wurden Abdecklamellen eingesetzt. Diese werden auf die Bedürfnisse vor Ort zugeschnitten und auf die Linsen der Melder geklipst, um den Erfassungsbereich einzuschränken. Personen, die nur vorbeigehen, anstatt den Bereich zu betreten, werden somit nicht mehr erfasst. Diese Lösung dient der Energieeinsparung, denn das Licht wird nur aktiviert, wenn es wirklich benötigt wird.

Stephen Payne, Systems Sales Manager bei B.E.G., blickt auf ein spannendes Projekt zurück: »Es gab einige interessante Herausforderungen, wie der Schutz der Rundbögen. Gemeinsam erarbeiteten wir eine passende Lösung, die eine effiziente Lichtsteuerung für die Universität ermöglicht, indem sie die laufenden Kosten deutlich reduziert und Energieverschwendung weitestgehend vermeidet.«

Weitere Informationen:

B.E.G. Brück Electronics GmbH

www.beg-luxomat.com

Foto: B.E.G. Brück Electronics GmbH

Dieser Artikel ist erschienen in

Licht 3 | 2020

Erschienen am 27. April 2020