Planung
Licht 5 | 2022

Ein Gespinst aus Licht

Lichtkonzept für sieben Haltestellen des Stadtbahntunnels Karlsruhe

Mit der Umsetzung des Karlsruher Stadtbahntunnels wurden sieben Haltestellen in den Untergrund verlegt. Die Ingo Maurer GmbH verantwortet das Beleuchtungskonzept der Bahnhöfe, die Entwürfe des Großprojekts stammen von Allmann Sattler Wappner Architekten. Architektur und Licht ergänzen sich so zu einer ganzheitlichen und kohärenten Ästhetik.

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Abb.: Über eine Stahlseilkonstruktion werden unzählige Seile, Klemmen, Isolatoren und Abspannungen als verdichtetes, wohlsortiertes Oberleitungssystem geführt. Dieses trägt die röhrenförmigen LED-Langfeldleuchten. Brigida González für Allmann Sattler Wappner Architekten

Mit der Realisierung des Stadtbahntunnels Karlsruhe befinden sich nun sieben Haltestellen der Straßenbahn im Untergrund. Die äußeren Bedingungen ihrer jeweiligen Lage im Stadtgefüge spiegeln sich in den unterschiedlichen Geometrien wider, heißt es bei Allman Sattler Wappner Architekten über das Projekt. Und weiter erläutern die Architekten, dass eine einheitliche und zurückhaltende Gestaltung der Innenräume die unterirdischen Bauwerke zu einer in sich abgeschlossenen Raumfolge verbindet und einen Kontrast zur optischen und akustischen Reizdichte in den darüber liegenden Plätzen und Straßenzügen bildet.

Die Haltestellen bestehen im Regelfall aus zwei Raumkategorien, die jeweils einem eigenen Gestaltungsprinzip folgen. Der Transferraum umfasst den Bereich vom Zugang an der Oberfläche, über das Zwischengeschoss, bis hin zum Fußpunkt der Treppen auf Bahnsteigebene. Die Konfiguration des Ingenieurbauwerkes ist direkt ablesbar, auf bauliche Verkleidungen wird weitestgehend verzichtet. Mit den gestockten Wandoberflächen und einer nicht gerichteten Lichtführung nimmt sich der Transferraum in seiner Wirkung spürbar zurück – als Übergang zum eigentlichen Haltestellenbereich auf Bahnsteigebene. Hier bekleidet, wie ein Futteral, eine weiße Raumschale allseitig das Ingenieurbauwerk. Die abgerundeten Übergänge von Boden, Wand und Decke, und die farbliche Homogenität der Oberflächen erzeugen eine beinahe meditative Raumwirkung, in der sich die vielfältigen Eindrücke aus dem Stadtgeschehen neutralisieren. Die Raumschale ist zweigeteilt ausgeführt: Am Boden und bis zur halben Wandhöhe werden großformatige Betonwerksteine eingesetzt. Eine Trockenbaukonstruktion mit akustisch wirksamen Oberflächen formt die oberen Wandflächen und die Decke. Das Fugenbild unterstreicht die präzise Fügung der Verkleidung, der auch Sitzbänke und andere Einbauten in ihrer Materialität zugeordnet werden.

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Licht 5 | 2022

Aktuelle Ausgabe
Erschienen am 24. Juni 2022