Schlusslicht
Licht 1 | 2019

Das Weltall hat ein Müllproblem

Lichtlinien lenken den Blick auf Weltraumschrott

Der niederländische Künstler Daan Roosegaarde setzt sich in seinen Projekten mit gesellschaftspolitschen Fragen auseinander, vor allem geht es ihm um ökologische Aspekte. Oft steht dabei das Medium Licht im Mittelpunkt, wie auch bei seiner neuesten Arbeit »Space Waste Lab«.

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Abb.: Ausgebrannte Raketenstufen, kaputte Satelliten, verlorene Schraubenzieher und abgesplitterte Lackpartikel – die Laser-Lichtinstallation »Space Waste Lab« nutzte Trackingsysteme, um Weltraumschrott im Orbit in Echtzeit zu lokalisieren. Die Visualisierung basierte auf Daten und Quellen der ESA und NASA. Studio Roosegaarde

Mit »Space Waste Lab« richtet Daan Roosegaarde den Fokus auf Weltraumschrott. Dieses langfristige Projekt wird von der Europäischen Weltraumorganisation ESA unterstützt. Es umfasst Installationen, Vorträge und eine Ausstellung im KAF. Das KAF – Kunstlinie Almere Flevoland ist eine Kulturinstitution in Almere in der niederländischen Provinz Flevoland. Anfang Oktober 2018 startete hier die erste Live-Performance. Grün leuchtende Lichtlinien wiesen in den Nachthimmel und markierten Stellen, an denen sich zum Zeitpunkt der Performance Weltraummüll befand.

Daan Roosegaard möchte aber nicht nur auf den Weltraumschrott aufmerksam machen, sondern würde diesen Müll auch gern verwenden, um daraus nachhaltige Produkte herzustellen. Parallel zur Installation »Space Waste Lab», die am 18. und 19. Januar 2019 nochmals stattfand, wurde deshalb auch ein »Living Lab« ins Leben gerufen, eine Art Forschungslabor, das von Experten der ESA betreut wurde und für Studenten und Besucher offenstand, um potentielle Ideen zur Nutzung des Weltraumschrotts zu untersuchen. In einem Symposium wurden am 19. Januar 2019 erste Ergebnisse vorgestellt.

Abb.: Schätzungsweise fliegen zur Zeit mehr als 29000 Partikel von Raummüll um die Erde, die größer als 10 cm sind. Sie können z. B. Satelliten beschädigen und damit die digitale Kommunikation beeinträchtigen. Studio Roosegaarde

Weitere Informationen:

Studio Roosegaarde, www.studioroosegaarde.net

Europäischen Weltraumorganisation, www.esa.int

Kunstlinie Almere Flevoland,www.kaf.nl

Fotos: Studio Roosegaarde

Autorin: Andrea Mende, Freie Redakteurin, Leipzig

Dieser Artikel ist erschienen in

Licht 1 | 2019

Erschienen am 25. Februar 2019