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Licht 5 | 2019

Dare to dream – wage zu träumen

64. Eurovision Song Contest in Tel Aviv

Die schrille Künstlerin Netta gewann 2018 den ESC in Lissabon und holte somit die diesjährige Veranstaltung nach Israel/Tel Aviv. Die LICHT-Redaktion war vor Ort und hat sich ein umfassendes Bild des internationalen TV-Ereignisses gemacht – und das vor allem hinsichtlich der lichttechnischen Darbietungen.

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Abb.: Bühnen-Designer Florian Wieder gestaltete die ESC-Bühne 2019 in modernem und stimmungsvollem Design. Mit der Umsetzung der Lichteffekte während des ESC waren die beiden israelischen Lichtdesigner Ronen Najar und Dakar Azulay beauftragt. Foto: Ralph Larmann Ralph Larmann

Der Eurovision Song Contest ist mit mehr als 200 Millionen Zuschauern das weltweit größte TV-Unterhaltungsevent. Ob vor dem Fernseher oder live dabei: Die Zuschauer konnten sich auch in diesem Jahr wieder auf eine Show mit technisch perfekten und emotionalen Lichteffekten freuen. Seit vielen Jahren wird der ESC mit Produkten von Clay Paky beleuchtet. Die renommierte Entertainmentmarke von Osram hat so maßgeblich bereits in den Vorjahren zum Erfolg der Show beigetragen. Auch in diesem Jahr zeigte Osram ganz deutlich die Parallelen und Gemeinsamkeiten zwischen Bühnen- und Architekturbeleuchtung. Denn neben dem eigentlichen Showevent, haben die Lichtplaner auch abseits der ESC-Bühne Sehenswürdigkeiten der Stadt Tel Aviv in bunten Farben erstrahlen lassen. Scheinwerfer beleuchteten fast das komplette Stadtviertel Old Jaffa. Sehenswürdigkeiten wie der Uhrturm und die Sankt-Peter-Kirche erstrahlten ebenso in verschiedenen Farben wie das internationale Kongresszentrum, in dem der ESC stattfand. In welchen Farbtönen die Gebäude angestrahlt wurden, bestimmten die Zuschauer mithilfe der offiziellen Eurovision Song Contest App. Die daraus resultierenden Lichteffekte waren spektakulär und die individuelle und vor allem interaktive Steuerung verstärkte den eigentlichen Charme. Die Bühne wurde unter anderem mit über 400 Leuchten von Clay Paky inszeniert und trug so zu einem wesentlichen Teil des gesamten Beleuchtungssystems bei. Dabei ging die daraus entstandene Lichtwirkung weit über die eigentliche Bühne hinaus und nahm in der Reichweite und Wirkung die gesamte Halle in Anspruch. Dadurch waren die Zuschauer näher bei ihren Künstlern und verschmolzen zu einem einzigen visuellen Highlight, was den Grundgedanken des ESC 2019 doch sehr nahe kommt: Inklusion, Vielfalt und Einheit. Diese Attribute wurden durch den planvollen Einsatz der unterschiedlichsten Lichtsituationen in Kombination mit individuell gestaltetem Bühnenequipment zielstrebig realisiert. Die israelischen Lichtdesigner Ronen Najar und Dakar Azulay haben dies wirkungsvoll und individuell auf die jeweiligen Darbietungen abgestimmt und umgesetzt. Das dabei ca. 250 km Kabel verwendet wurden und über 185 Tonnen Material von der Decke abhingen, klingt zwar atemberaubend, wundert in der Nachbetrachtung jedoch keineswegs. Man darf gespannt bleiben, wie und mit welchen neuen Errungenschaften der Bühnentechnik, sich die Veranstaltung im nächsten Jahr in den Niederlanden präsentieren wird.

Abb.: Wie bereits im Vorjahr konnte die Lichtshow auch in der Stadt bewundert werden: Neben dem eigentlichen ESC beleuchtete Osram mehrere Wahrzeichen der Metropole Tel Aviv. In welcher Farbe diese erstrahlten, bestimmten die Zuschauer mithilfe der offiziellen ESC App. Foto: Osram Osram

Weitere Informationen:

Hersteller: Osram GmbH, www.osram.de und Clay Paky S.p.A., www.claypaky.it
Lichtdesign: Lightvision (Dakar Azulay), www.lightvision.co.i und Ronen Najar, www.ronennajar.com
Autor: Alexander Schwarz, www.schwarzlichtfotografie.de

Dieser Artikel ist erschienen in

Licht 5 | 2019

Erschienen am 25. Juni 2019