Technik
Licht 9 | 2019

CLEVER & SMART

Digitalisierung des öffentlichen Raums

Die Leuchte »ConStela IQ« bildet den Grundstein für die intelligente Infrastrukturen, die innogy in Städten und Gemeinden errichtet.

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Abb.: Der Lichtring zeigt bereits aus der Ferne an, ob der Ladepunkt frei ist (blaues Licht = aktiver Ladevorgang, kein Licht = Ladepunkt frei). innogy SE

Moderne Außenleuchten können heutzutage vielmehr als »nur« für sichere Beleuchtung und Orientierung zu sorgen. Was alles möglich ist und was uns zukünftig erwarten wird, um das Leben in der Stadt zu vereinfachen, zeigt das Beispiel der »Smart Pole« von innogy und die Zusammenarbeit mit Trilux und der um das IQ erweiterten Leuchtenserie »ConStela«. Der Leuchtenhersteller bringt das(lichttechnische Know How mit, während das ursprüngliche Tochterunternehmen von RWE über die nötigen Kontakte und Mittel verfügt, hier erste Pilotprojekte an den Start zu bringen.

Pilotprojekte und technische Details

In der letzten Zeit sind durch innogy einige Pilotprojekte realisiert worden, um beispielhaft den Nutzen vernetzter und multifunktionaler Straßenbeleuchtung am funktionierenden Beispiel zu demonstrieren. Bochum, Erndtebrück, Traben-Trarbach und Velbert sind nur einige der Städte und Gemeinden, die in unterschiedlichem Umfang die neuen Lichtlösungen testen. Wobei es inzwischen schwerfällt, hier von Leuchten zu sprechen, da die mögliche Funktionsvielfallt eine reine Lichtquelle bei weitem übertrifft. »ConStela IQ« ist eine Art Baukastenleuchte und lässt sich über ein WLAN-Modul für ein freies Netzwerk, eine Ladeeinheit für Elektrofahrzeuge und Sensoren zur Parkplatzüberwachung ausbauen. Mithilfe einer App können Autofahrer über freie Parkplätze im Stadtzentrum informiert werden und diese gezielt anfahren. Im Raum steht noch die Erweiterung mit Alarmknöpfen für in Not geratene Passanten, Sensoren zur Messung von Bewegungsströmen und Umwelt- und Wettersensoren. Durch den modularen Aufbau der Leuchte ist letztendlich alles denkbar, was für die moderne Stadtplanung irgendwie von Nutzen sein könnte. Es ist allerdings davon auszugehen und bereits in Planung, dass sich dies auch auf alternative Fortbewegungsmittel, wie Fahrräder und Busse ausweiten wird, um auch deren Nutzung in Zukunft zu fördern. Die Energieeffizienz bewegt sich zwischen 100 und 114 lm/W, es stehen Lumenpakete von 2.000 lm bis 5.600 lm (Leistungsaufnahme 20 W–56 W) zur Auswahl und bzgl. der Reflektortechnik können Lichtverteilungen von asymmetrisch, rotationssymmetrisch, breit und eng strahlend gewählt werden. Die vom Hersteller genannte Lebensdauer beträgt 100.000 Stunden und es werden die beiden Lichtfarben 3.000 und 4.000 Kelvin angeboten. Der WLAN-Access-Point ist auf 5G ausgerichtet und der störungsfreie und performante Betrieb inkl. Infrastruktur werden durch ein Servicemanagement von innogy sichergestellt. Der integrierte 22 kW Ladepunkt (Typ 2 Steckdose) dient zur schnellen Ladung von E-Autos, bietet eine kilowattstundengenaue und eichrechtskonforme Abrechnung und der Netzanschluss liegt am Niederspannungsnetz (NSP) mit Eingangssicherungen und Zähleinrichtung.

Abb.: An fünf zentralen Standorten in der Innenstadt von Traben-Trarbach hat der Energieversorger innogy neue Multifunktionsleuchten, sogenannte »Smart Poles«, errichtet. innogy SE

Weitere Informationen:

Anbieter: innogy SE, Essen, www.innogy.com

Hersteller: Trilux GmbH & Co. KG, Arnsberg, www.trilux.com

Fotos: innogy SE

Autor: Alexander Schwarz, Niederwalgern, www.schwarzlichtfotografie.de

Dieser Artikel ist erschienen in

Licht 9 | 2019

Erschienen am 25. November 2019