Planung
Licht 8 | 2020

Authentische Pracht in modernem Licht

Alte Pinakothek bekommt denkmalgerechtes Lichtkonzept

Die Alte Pinakothek unter die architektonischen Fittiche bekommen – das ist eine Ehre und eine Herausforderung gleichzeitig. Die Aufgabe: Beleuchtung und Energieverbrauch der Gegenwart anpassen und dabei die besondere Aura des von Leo von Klenze als Tageslichtmuseum konzipierten Gebäudes nicht beschädigen. Doch wie lässt sich das realisieren, ohne die Ursprünglichkeit des Gebäudes zu verfälschen? Genau dafür haben sich die Planer von Sunder Plassmann Architekten mit den Lichtexperten von Peter Andres aus Hamburg zusammengetan. Denn die wussten: Hier wird ein umsichtiges, denkmalgerechtes Lichtkonzept gebraucht, das sowohl die kostbaren Exponate als auch die denkmalgeschützte Gemäldegalerie stilsicher inszeniert.

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Abb.: Der bewusst karge Wiederaufbau des Jahres 1957 durch den Architekten Hans Döllgast wurde erhalten – die Beleuchtung aber neu gedacht. Hier haben die Lichtplaner von Peter Andres eine künstliche Beleuchtung in tageslichtähnlicher Lichtfarbe mit bis zu 800 lx installiert. Diese gleicht sich an die Tageslichtverhältnisse im gegenüberliegenden Bereich an und verhindert so eine Überblendung durch zu starkes Gegenlicht. Haydar Koyupinar

Historische Gebäude und Denkmäler haben für die Menschen nicht nur einen ästhetischen, sondern auch einen geschichtlichen und kulturellen Wert. Daher ist der Erhalt der Authentizität bei Modernisierungsmaßnahmen besonders wichtig. Gerade die Modernisierung und Klärung der Erdgeschossräume der Alten Pinakothek erforderte viel Fingerspitzengefühl, da die kritische Rekonstruktion von Hans Döllgast, der die Kunstgalerie nach dem Zweiten Weltkrieg wiederaufgebaut und dabei die Versehrungen des Gebäudes deutlich gelassen hatte, unbedingt sichtbar bleiben sollte. Gemeinsam mit Peter Andres Lichtplanung haben die Bauspezialisten von Sunder Plassmann Architekten, die für die architektonische Planung der Modernisierung zuständig waren, deshalb bereits bei der Konzeption die wichtigsten Attribute der Pinakothek behutsam herausgearbeitet und so eine denkmalgerechte Umgestaltung ermöglicht.

Abb.: Blick in die große Eingangshalle der Alten Pinakothek. Ausstrahlung und Anmutung wurden durch das neue Lichtkonzept optimiert. Dank rechtzeitiger, sehr sorgfältiger Planung konnten die Umbaumaßnahmen innerhalb eines Jahres durchgeführt werden, ohne dass dafür der laufende Betrieb unterbrochen werden musste. Haydar Koyupinar

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Licht 8 | 2020

Erschienen am 26. Oktober 2020