Technik
Licht 6 | 2020

Auf sparsamen Wegen

Energieeffiziente Lichtautomation im Bürgerspital Solothurn

Das Bürgerspital Solothurn ist als erstes Krankenhaus in der Schweiz nach dem Minergie-Eco-Standard zertifiziert und musste dazu einen Energienachweis für die Beleuchtung erbringen. KNX-Präsenzmelder von B.E.G. halfen dabei, die Effizienzziele zu erreichen.

Lesezeit: ca. 4 Minuten
Abb.: Ein Großteil der Energie in Krankenhäusern verbraucht die Beleuchtung in den Verkehrsflächen. Bedarfsgerechte Beleuchtung hilft, große Sparpotenziale zu heben. B.E.G.

Der Neubau des Bürgerspitals Solothurn wurde mit einem Gesamtvolumen von umgerechnet rund 315 Millionen Euro umgesetzt. 62.800 m2 Gebäudefläche stehen nun zur Verfügung und müssen energieeffizient bewirtschaftet werden. Dabei kommt auch der Lichtsteuerung eine große Bedeutung zu, denn zum Erreichen des Minergie-Eco-Standards musste ein Energienachweis für die Beleuchtung erbracht werden.

Abb.: 62.800 m2 Gebäudefläche müssen im Bürgerspital Solothurn energieeffizient bewirtschaftet werden. Dabei kommt auch der Lichtsteuerung eine große Bedeutung zu. B.E.G.

Lichtsteuerung über KNX

Das Krankenhaus ist mit einem Gebäudeleitsystem ausgestattet, daran angeschlossen ist die Lichtregelung über KNX realisiert worden. Der Partner für die Lichtregelung war bereits früh gewählt, da der technische Dienst des Krankenhauses schon seit Jahren auf die hochwertigen Präsenz- und Bewegungsmelder von B.E.G. und die fachmännische Beratung durch die Swisslux AG setzt. Bereits seit 2015 begleitete somit die Swisslux AG, die B.E.G. Produkte in der Schweiz exklusiv vertreibt, den beauftragten Elektroplaner Gode in der Planung. Ab 2019 unterstützte Swisslux außerdem den Integrator bei der Inbetriebnahme der KNX-Anlage.

Jannik Muhmenthaler, Leiter technischer Dienst des Bürgerspitals Solothurn, sagt: »Das ist in unseren Spitälern im Kanton die erste größere KNX-Anlage. Bisher hatten wir nur kleine Anwendungen umgesetzt. Die Möglichkeiten zur Energieersparnis und die Flexibilität der KNX-Anlage im neuen Spital haben uns jedoch schnell überzeugt.«

Größtes Sparpotenzial auf Verkehrswegen

Messungen in Krankenhäusern haben gezeigt, dass die Beleuchtung in den Verkehrszonen wie den Treppenhäusern oder Korridoren den größten Anteil des Energieverbrauchs für Beleuchtung ausmacht. So wurde viel Wert auf eine gute Konzeption der Lichtautomation für diese Bereiche gelegt. Die bedarfsgerechte Beleuchtung wird im neuen Krankenhaus durch passende KNX-Präsenzmelder sichergestellt.

Die Korridore sind mit »PD4N-KNX-ST«-Präsenzmeldern ausgestattet. Dieser Melder hat einen besonders großen Erfassungsbereich von bis zu 24 Metern. Dadurch können große Flächen kostengünstig mit wenigen Meldern abgedeckt werden. In den Treppenhäusern sind auf jedem Stockwerk die Wandpräsenzmelder »Indoor 180-KNX« eingesetzt. »Die Wandmelder werden einfach in das gewählte Schalterprogramm eingesetzt, im Spital ist dies ›EDIZIOdue‹ von Feller. So verschmilzt der Präsenzmelder mit dem Schalterdesign«, erklärt Stefan Kull von Swisslux.

In den Verkehrszonen wird das Licht aus Sicherheitsgründen nie ganz ausgeschaltet, auch wenn diese nachts wenig genutzt werden. Um trotzdem nur so viel Energie wie unbedingt nötig zu verbrauchen, wird die Beleuchtung nachts auf einen Orientierungslichtwert von 30 Prozent reduziert, wenn keine Bewegung erfasst wird. Das schafft die nötige Sicherheit in den Verkehrsflächen bei minimalem Energieverbrauch.

Die Treppenhäuser und Korridore werden im Vollautomatik-Modus betrieben, das heißt, dass die Beleuchtung sofort aktiviert wird, wenn Bewegung erkannt wird. Auch die Nebenräume, die mit »PD2-KNX-ST«-Präsenzmeldern ausgestattet sind, sind im Vollautomatik-Modus programmiert.

Abb.: In den Treppenhäusern fügen sich auf jedem Stockwerk die Wandpräsenzmelder »Indoor 180-KNX« in das Schalterprogramm eingesetzt von Feller ein und verschmelzen mit dem Design. B.E.G.

Abb.: In den Verkehrszonen des Bürgerspitals Solothurn wird das Licht aus Sicherheitsgründen nie ganz ausgeschaltet. Um trotzdem Energie zu sparen, wird die Beleuchtung nachts auf einen Orientierungslichtwert von 30 Prozent reduziert. B.E.G.
Abb.: Die Korridore im Krankenhaus sind mit »PD4N-KNX-ST«-Präsenzmeldern ausgestattet. Dieser Melder hat einen besonders großen Erfassungsbereich von bis zu 24 Metern. B.E.G.

Kunstvolle Lichthöfe

Licht spielt selbstverständlich auch in den Behandlungsräumen und Büros des Spitals eine zentrale Rolle. Schon die Architektur legt großen Wert auf viel Licht in allen Räumlichkeiten: Es gibt mehrere großzügige Lichthöfe, die das Sonnenlicht hereinlassen und mit Kunstprojekten attraktiv gestaltet werden. Die Behandlungsräume und Büros sind mit großen Fenstern ausgestattet, die Beleuchtung wird von Präsenzmeldern »PD4-KNX-ST« geschaltet.

Stefan Kull von Swisslux erklärt dazu: »Die Präsenzmelder in den Behandlungs- und Büroräumen werden im Halbautomatik-Modus betrieben. Das bedeutet, dass die Lichtregelung über den Lichtschalter aktiviert werden muss.« Ab dem Moment übernimmt der Präsenzmelder die Beleuchtungsregelung. Wenn keine Bewegungen mehr erkannt werden, wird die Raumbeleuchtung automatisch ausgeschaltet.

KNX punktet mit Flexibilität

Durch die Wahl von KNX für die Lichtregelung kann das System jederzeit erweitert oder angepasst werden. Neue Komponenten lassen sich leicht über den Bus integrieren. Sollten Räume zukünftig anders genutzt werden, können die KNX-Präsenzmelder einfach über die Programmiersoftware ETS umprogrammiert werden, sodass sie optimal auf die neuen Anforderungen ausgerichtet sind. Diese Flexibilität war einer der Hauptgründe für die Wahl des Systems.

Jannik Muhmenthaler vom technischen Dienst sagt: »Bei der Planung und der Umsetzung war die Swisslux AG wie schon bei früheren Projekten ein kompetenter Partner. Mit ihrer Fachkenntnis half sie uns, in der Lichtplanung die Minergie-Eco-Standard Vorgaben zu erreichen. Außerdem haben wir mit KNX ein System, mit dem unser Hospital langfristig flexibel ist.«

Weitere Informationen:

Planung: Swisslux, www.swisslux.ch

Elektroplanung: Gode, gode.ch

Präsenz- und Bewegungsmelder: B.E.G., www.beg-luxomat.com

Quelle und Fotos: B.E.G.

Dieser Artikel ist erschienen in

Licht 6 | 2020

Erschienen am 25. August 2020