Magazin
Licht 1 | 2019

An die Ostsee

Ausflug der Mitglieder der LiTG-Bezirksgruppe Hannover

Der traditionsreiche dreitägige Wochenendausflug der Mitglieder der LiTG-Bezirksgruppe Hannover fand diesmal Anfang August 2018 statt. Ziel war die Ostsee mit der Gegend um Lübeck und Wismar. Inge und Helmut Range hatten wieder ein interessantes und abwechslungsreiches Programm ausgearbeitet.

Lesezeit: ca. 4 Minuten

Unser erstes Ziel waren die Rundlings-Dörfer im Wendland. Diese im frühen Mittelalter entstandenen Dörfer sind slawischen Ursprungs. Es wird vermutet, dass ihre Form eine reine Modeerscheinung war, denn nichts lässt sich auf einen klaren Zweck der kreisförmigen Anlagen schließen. Auf jeden Fall sind dies noch heute beeindruckende Dorfstrukturen. In einem der schönsten Rundlinge, in Bussau, verzehrten wir unsere Lemgoer Strohsemmeln. In Dömitz überquerten wir dann die Elbe, um in das mit 12 000 Obstbäumen »gesegnete« »Amt Neuhaus« zu fahren. Dieses Gebiet – rechts der Elbe, eigentlich Mecklenburg-Vorpommern – gehört seit 1990 wieder zu Niedersachsen. Das Marschhafen-Dorf Konau war EXPO 2000-Projekt und ist daher sehr gut renoviert. Im Hof Café »Gelber Richard« war dann Kaffee-Pause. Das nächste Ziel war das 1246 gegründete, heute umfangreich sanierte Zisterzienser-Kloster Zarrentin am Schaalsee (Mecklenburg-Vorpommern). Hier haben wir eine interessante Führung erlebt. In Lübeck wurde übernachtet. In des »Ehrbaren Rates Keller«, wie die schweren Gewölbe des Rathauses der Hansestadt Lübeck genannt werden, haben wir dann das »Buddenbrook-Menü« – Schinken auf alt-lübsche Art – genossen.

Am Samstag fuhren wir bei schönstem Wetter an die Ostseeküste, zuerst zum Strandbad Boltenhagen. Mit seiner Bäderbahn, dem Carolinchen, fuhren wir zur dortigen Steilküste, bewunderten diese und konnten so die Ostsee und dann den Ort etwas kennenlernen. Nach der Busfahrt durch die typische Ostsee-Landschaft erreichten wir die Hansestadt Wismar. Die 90-minütige Stadtführung war sehr interessant, denn die Altstadt, ein Paradebeispiel der norddeutschen Backsteingotik, ist bestens restauriert und beeindruckt durch die schönen Patrizier- und Handelshäuser, sowie die großen Kirchen. Hervorzuheben ist der Marktplatz, einem der größten in Norddeutschland mit dem im 19. Jahrhundert im klassizistischen Stil wieder aufgebauten Rathaus und der 12-eckigen »Wasserkunst«. Dieser Brunnen, niederländische Renaissance, ist das Wahrzeichen der Stadt. Weiter ging es dann zum Mittagessen in ein sehr schönes Bauernhofcafé und dann nach Kühlungsborn. Mit der Mecklenburgischen Bäderbahn »MOLLI«, mit einer Spurbreite von 900 mm gehört sie zu den ältesten Schmalspurbahnen der Welt, fuhren wir sehr gemütlich die 15,4 km vorbei an Heiligendamm bis nach Bad Doberan. In unserem fortgeschrittenen Alter macht Bahnfahren, im Besonderen mit Dampflokomotiven besonders viel Spaß, weil hier auch Erinnerungen an unsere Jugendzeit wach werden. Auch hier kam wieder Kultur ins Spiel, denn ein Muss in Bad Doberan ist das Münster, die »Perle der norddeutschen Backsteingotik«. Die mittelalterliche Ausstattung des gewaltigen Innenraumes dieser Zisterzienserkirche mit dem berühmten Kreuzaltar mit Triumphkreuz wurde uns durch eine beeindruckende Führung erläutert. Auf der ca. zweistündigen Busfahrt zurück nach Lübeck konnten wir uns etwas erholen und uns auf das Abendessen in der traditionsreichen »Schiffergesellschaft« freuen. Viele von uns labten sich wieder einmal am »Labskaus«, dem typischen Seemanns-Essen. Der Heimweg zum Hotel durch die festlich beleuchtete Stadt, vorbei am Holstentor bildete den Abschluss eines erlebnisreichen Tages.

Der Sonntagmorgen begann mit einer zweistündigen Führung durch die Altstadt von Lübeck, der »Königin der Hanse«. Start war am Holstentor. Dieses robuste Stadttor mit 3,5 m dicken Backstein-Schutzmauern im 15. Jahrhundert im spätgotischen Stil erbaut, ist das weltberühmte Wahrzeichen dieser Hansestadt. Bei schönstem Sonnenschein gewannen wir einen hervorragenden Eindruck von dieser Stadt mit ihren vielen kleinen Gängen, Höfen und Stiftshöfen, von den prachtvollen Straßen, von den gewaltigen Kirchen. Die Speicherhäuser, wie die meisten alten Gebäude der Stadt aus rotem Backstein, der Blick auf die Stadtsilhouette, das Rathaus mit der prächtigen durchbrochenen Schauwand und dem Schmuckbalkönchen, all das ist Lübeck in seiner schönsten Art. Nicht nur von der Altstadt, sondern auch vom Lübecker Marzipan waren wir sehr angetan.

Nach der anstrengenden Stadtbegehung ging es an Bord des Motorbootes »Melanie Quandt«, um auf der Wakenitz bis nach Rothenhusen am Ratzeburger See zu fahren. Bei einem einfachen Mittagessen und bestem Wetter konnten wir uns zwei Stunden lang erholen. Jetzt waren wir wieder fit für eine anderthalbstündige Führung durch die Inselstadt Ratzeburg. Genauso wie Lübeck, wurde auch Ratzeburg von dem Welfenherzog Heinrich dem Löwen im frühen Mittelalter gegründet. Auch hier findet man im Altstadtbereich viel Backsteinbau. Beeindruckend ist der romanische Dom, eine dreischiffige Basilika mit . An der Außenwand des Domes befindet sich der bekannte »Bettler auf Krücken« von Ernst Barlach und vor dem Dom steht der berühmte »Braunschweiger Löwe«. Heute ist Ratzeburg bekannt als das »Mekka der Ruderer«, denn der legendäre Trainer Karl Adam revolutionierte hier die Trainingsmethoden der Ruderer und gründete die Ruderakademie. Nach dem letzten gemütlichen Kaffeetrinken in einem Hofladen in der Nähe von Ratzeburg starteten wir zur Rückfahrt nach Laatzen.

Eine wiederum schöne erlebnisreiche, harmonische Reise an die Ostseeküste war zu Ende. Die nächste Fahrt wird uns vom 02. bis 04. August 2019 in die Rhön führen.

Mitglieder der LiTG-BG Hannover

Autor: Helmut D. Range, Lemgo

Dieser Artikel ist erschienen in

Licht 1 | 2019

Erschienen am 25. Februar 2019